Weniger Flüchtlinge pro Container in Sprockhövel

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Was wir bereits wissen
Sondersitzung des Rates: SPD fordert erneute Suche nach Standorten. An der Flurstraße sollen statt 60 nur 24 Asylbewerber untergebracht werden.

Der Platz ist knapp, doch die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge und Asylbewerber steigt. Bisher kamen die Menschen in den Heimen am Timmersholt, an der Gevelsberger Straße und in Mietwohnungen unter. Reichen wird das nicht.

Die Lösung: Auf einem Grundstück an der Flurstraße sollen die Menschen in Wohncontainern unterkommen, als Übergangslösung für drei Jahre. Die ZGS sicherte die Fläche mit einem Pachtvertrag, nachdem Bürgermeister Ulli Winkelmann Fraktions- und Parteivorsitzende über das Vorhaben informiert habe. „Diese Fläche haben alle einvernehmlich abgesegnet“, sagte Winkelmann. Kritik kam jetzt aber von der SPD.

Die SPD-Fraktion forderte die Diskussion: „Eine Thematik mit dieser Brisanz ist nicht Geschäft der laufenden Verwaltung, es gehört in den Rat und in die Gremien“, sagte Wolfram Junge, Fraktionsvorsitzender, auf einer Sondersitzung des Rates. Die fand am Dienstag auf Antrag der Sozialdemokraten im Foyer der Sporthalle Haßlinghausen unter Beteiligung von Anwohnern der Flurstraße statt.

20 statt 60 Bewohner

Doch erst nach mehrfachem Nachhaken, vor allem durch Bodo Middeldorf von der FDP, war die Linie der SPD zu erkennen. Bis dahin war Junge die Antwort auf die Frage, warum eine Sondersitzung des Rates beantragt wurde, lange schuldig geblieben. Die SPD sperrte sich nicht gegen den Standort an der Flurstraße. „Wir sind gegen die Größenordnung“, betonte Junge. Statt in zwei Schritten Platz für 60 Personen zu schaffen, solle die maximale Bewohnerzahl auf 20 beschränkt werden. Die Stadt müsse eine Willkommenskultur schaffen und schnell Lösungen finden. „Nehmen sie weitere Sichtungen vor, um neue Grundstücke zu finden“, forderte er.

Und nicht nur die Bürger müssten informiert werden, auch die zuständigen Gremien. Hier lenkte Winkelmann ein. „Man kann uns ankreiden, dass wir nicht eine Sondersitzung des entsprechenden Ausschusses einberufen haben.“

Nach langer Diskussion mit Unterbrechungen, Fraktionsberatung und Fragerunde für die Anwohner kam es schließlich zur Abstimmung. Der Beschluss war nah an der SPD: Der Standort Flurstraße bleibt bestehen. In einem ersten Schritt sollen dort maximal 24 Menschen kurzfristig untergebracht werden.

Konzept zur dezentralen Unterbringung

Nach der Sommerpause liegt ein Konzept zur dezentralen Unterbringung der Menschen vor. Die Stadt hat den Dialog mit den Bürgern zu suchen, beginnend mit dem Initiativtreff Anfang März, auch die Ratsgremien werden umfassend informiert.

Der Rat unterstrich, dass Menschen, die Krieg und Vertreibung erdulden mussten und Schutz suchen, herzlich willkommen sind. Die Ratsmitglieder stimmten geschossen zu. „Damit gib es einen einstimmigen Schulterschluss zum Thema Asyl in Sprockhövel“, schloss Bürgermeister Winkelmann die Sitzung.