Vorschulkinder lernen Lebensrettung

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Was wir bereits wissen
35 Kinder aus der Kita Schee meistern einen zweitägigen Erste-Hilfe-Kursus der Björn-Steiger-Stiftung. Rettungsassistent Marcus Fluit vermittelt Soforthilfen und wie ein Notruf abzusetzen ist.

Sprockhövel..  Innerhalb kürzester Zeit bewegt die kleine Marie ihre Freundin in eine stabile Seitenlage, während Emily mit gekonntem Griff einen Wickelverband anlegt. Die beiden sechsjährigen Mädchen aus der Kindertagesstätte Schee haben genau wie ihre Vorschulkameraden an einem zweitägigen Erstehilfekursus teilgenommen und sind nun für den Ernstfall gewappnet.

Rettungsassistent Marcus Fluit aus Ennepetal ist am Mittwoch- und Donnerstagmorgen in der Einrichtung, um den 35 zukünftigen Grundschülern einen Rundumschlag zum Thema Erste Hilfe zu vermitteln. Wie man einen Bewusstlosen stabilisiert und Verbände anlegt, lernten die Kinder ebenso wie Notrufe abzusetzen und für schnelle Hilfe zu sorgen. „Im Vordergrund steht, dass die Kinder neben der Ersthilfe lernen sollen, andere zu trösten und Empathie zu entwickeln“, erklärt Kita-Leiterin Cornelia Mühlböck, dass in erster Linie die Bereitschaft zu helfen geschult und Berührungsängste genommen werden sollen.

„Ganz entscheidend ist auch, dass sich die Kinder in Notfallsituationen orientieren können. Schließlich wissen 40 Prozent nicht, wo sie wohnen“, offenbart Kursleiter Fluit ein ganz entscheidendes Manko während einer häuslichen Notsituation. Die Vorschulkinder aus Schee wissen inzwischen alle, wann 110 und 112 zu wählen sind. Auch die Wohnadresse kommt nun bei allen wie aus der Pistole geschossen. „Einfach vordrängeln und sich ganz laut bemerkbar machen“, weiß auch die kleine Janne die richtige Antwort auf das Notfallverhalten in der Öffentlichkeit.

„Es ist ganz wichtig, dass sich die Kinder nicht scheuen, im Notfall anzurufen, und sich überall trauen, um Hilfe zu fragen“, erklärt der Rettungsassistenz, der bereits seit 15 Jahren für die Björn-Steiger-Stiftung in Schulen und Kindergärten als Ersthelferausbilder tätig ist. „Für die Kinder ist der Kursus ein großer Anreiz, auf den sie sich schon im Vorfeld total gefreut haben. Schließlich ist so manches Vorschulkind doch schon ein wenig kindergartenmüde“, erzählt Mühlböck und ergänzt, dass Erste-Hilfe-Rollenspiele tagelang nachgespielt würden und sich die Kinder Abläufe einer stabilen Seitenlage oftmals besser merken können als mancher Erwachsener.

Die beiden Erstehilfe-Schulungstage sind jedoch nur ein Teil der Themenumsetzung. Schließlich besuchen die „Nachwuchssanitäter“ in zwei Wochen das Wuppertaler Bethesda-Krankenhaus und bekommen dort Einblicke in Ambulanz, Gipsfertigung, Röntgenaufnahmen und Ultraschall. Ferner stehen Besuche bei Polizei und Feuerwehr auf dem Programm. Anschließend wird jedes Kind mit einer Ersthelfer-Urkunde ausgezeichnet.