Viele Fragen zur Dichtheitsprüfung
27.04.2011 | 15:46 Uhr 2011-04-27T15:46:00+0200
Sprockhövel.Zur Überprüfung der häuslichen Abwasseranschlüsse gab es auf der Jahreshauptversammlung des Haus- und Grundbesitzer viele Fragen.
„Hier geht’s ja recht munter zu“, kommentierte der in der Versammlung neu gewählte Vorsitzende Dr. Christian Fröhling treffend.
Zu Erläuterung des praktischen Ablaufs der vom Gesetzgeber bis 2015 vorgeschriebenen „Dichtheitsprüfung“ hatte der aus dem Amt geschiedene Vorsitzende Helmut Sirrenberg einen Hattinger Unternehmer eingeladen. Der erklärte die wichtigsten Phasen der Prüfung, bei der eine Videokamera durch die Kanäle fährt.
Vor einer Prüfung werden die Hausanschlüsse zunächst in Fließrichtung des Abwassers gespült. Danach fährt die Kamera in der Gegenrichtung bis zum Revisionsschacht des Hauses. Um nicht unnötig Zeit zu vergeuden, so der Fachmann, sei es wichtig, dass alle Revisionsschächte frei zugänglich seien.
Fristverlängerung möglich
Eine wichtige Rolle spielte in der Diskussion ein Antrag der CDU-Ratsfraktion, der darauf zielt, die Frist der Überprüfung bis über das Jahr 2020 hinaus zu verlängern. Die Verwaltung erhielt dazu einen Prüfungsauftrag, über den am 30. Juni im Zusammenhang mit dem Abwasserbeseitigungskonzept gesprochen werden soll.
Wie der städtische Beigeordnete Bernd Woldt dazu auf Anfrage erklärte, hätten die Städte die Möglichkeit, Fristen aus Gründen des Umweltschutzes und einer sinnvollen Praxis zu verkürzen oder zu verlängern.
Wenn es zum Beispiel um Wohngebiete am Rande von Naturschutzflächen oder die Einzugsgebiete von Wassergewinnungsgebieten wie Sundern-Stiepel gehe, könnten die Fristen auf das Jahr 2013 verkürzt werden.
Video-Überprüfung für 300 bis 500 Euro
Die Verwaltung werde sich mit einer Video-Überprüfung zufrieden geben und auf eine Druckprüfung verzichten, so Woldt weiter. „Die Kosten einer solchen Prüfung liegen im Schnitt, je nach Länge eines Kanals, zwischen 300 und 500 Euro.“ Die Stadt unternehme alles, um den insgesamt 6500 Grundstückseigentümern zu helfen. Dazu habe man auch Flyer verschickt. Das Tiefbauamt habe zudem eine Liste seriöser Unternehmen erstellt, die solche Arbeiten ausführten. Woldt: „Die Betriebe müssen zertifiziert sein.“
„Falls Schäden am Kanal festgestellt- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden müssen, kann man nur raten, von mehreren Unternehmen Angebote einzuholen.“
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