Verkehrssicherheit – eine Lebensaufgabe

Günter Gräbe bei seiner Verabschiedung im Schwelmer Kreishaus, hier mit Kreisdirektorin Iris Pott.
Günter Gräbe bei seiner Verabschiedung im Schwelmer Kreishaus, hier mit Kreisdirektorin Iris Pott.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Günter Gräbe nahm als Vorsitzender der Verkehrswache Ennepe-Ruhr seinen Abschied.

Sprockhövel..  Es gibt Bilder, die vergisst man einfach nicht. Die Erinnerungen, die Günter Gräbe bis heute beschäftigen, stammen aus Gevelsberg und prägten sich ihm nach einem Verkehrsunfall ein, zu dem er vor vielen Jahren als junger Polizeibeamter gerufen wurde: Zwei Kinder, vier oder fünf Jahre alt, waren einfach auf die Straße gelaufen, auf dem Weg zum Eiswagen, wurden dort von einem Auto erfasst, durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass sie keine Chance hatten.

„Ich weiß noch, wie ich eines der Kinder damals auf dem Arm trug“, sagt der seit 2008 pensionierte Kriminalhauptkommissar. „So etwas beschäftigt dich ein Leben lang. Und ich kenne unendlich viele solcher Bilder.“ Günter Gräbe ist es gelungen, sie alle in Energie umzusetzen: Es war 1973, als der Sprockhöveler zunächst vertretungsweise aus dem Streifendienst in das heutige Verkehrsdezernat der Kreispolizei in Schwelm wechselte und sein Beruf damit endgültig zu einer Berufung wurde. „Wahrscheinlich kann jeder Polizist ein Buch über seinen Job schreiben“, sagt der 67-Jährige. „Für mich stand jedenfalls schon sehr früh fest, dass ich zur Polizei gehe.“

Nun für die Verkehrssicherheit im EN-Kreis im Einsatz, nutzte Günter Gräbe im Team fortan eine seiner Stärken, um Kinder und Erwachsene quer durch alle Altersgruppen zu erreichen, damit es gar nicht erst zu Tragödien wie in Gevelsberg kommt – ganz gleich, ob seine Zuhörer täglich fahren oder laufen: „Am wichtigsten ist und bleibt das persönliche Gespräch.“ So hat sich der Sprockhöveler jahrzehntelang für Aktionen in den Kreisstädten stark gemacht - immer nach dem Motto: informieren, aufklären und überzeugen.

Bei vielen Aktionen arbeiten Polizei und Verkehrswacht Hand in Hand: Nur der ehrenamtliche Verein kann Sponsoren erreichen, um Lehrmaterial zu finanzieren. Und es bleibt viel zu tun, sagt Gräbe. Das reicht vom Appell, sich nicht auf die Sicherheitstechnik des Autos zu verlassen, über die gefährliche Ablenkung durchs Handy bis zur Notwendigkeit, Eltern ins Gewissen zu reden: „Sie spielen bei der Verkehrserziehung eine wichtige Rolle.“