Unfall-Opfer liegengelassen, um Busreise nicht zu verpassen
26.09.2012 | 19:16 Uhr 2012-09-26T19:16:22+0200
Essen/Sprockhövel. Ein 71-jähriger Essener muss sich vor dem Landgericht Essen wegen versuchten Totschlags und Verkehrsunfallflucht verantworten. Er soll einen Mann angefahren und sich dann vom Unfallort entfernt haben. Der Grund: Er wollte seinen Reisebus nicht verpassen.
Wegen eines folgenschweren Unfalls mit Fahrerflucht muss sich ein 71-Jähriger seit Mittwoch vor dem Essener Landgericht verantworten. Zum Prozessauftakt räumte der Mann die Vorwürfe ein, wie ein Gerichtssprecher sagte. Demnach hat er im Juli vergangenen Jahres in Sprockhövel einen Mann angefahren und dann hilflos zurückgelassen.
Ihm werden daher versuchter Totschlag und Aussetzung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Senior zwar angehalten und zunächst auch versucht hat, Hilfe zu holen. Als ihm das jedoch misslang, sei er weitergefahren, um seine Schwester pünktlich zu einer Busreise abzuholen. Das schwer verletzte Opfer überlebte, weil schließlich eine andere Autofahrerin geholfen hatte. Ein Urteil wird für Freitag (28. September) erwartet. (dapd)