Umfrage: Einkauf vor Ort stattonline

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Was wir bereits wissen
Laut der Befragung „Vitale Innenstädte“ kauft der Sprockhöveler lieber im Laden ein. WIS und Werbering: Online-Systeme für Einzelhändler zu aufwändig.

Sprockhövel..  Für die Sprockhöveler Bürger scheint der Onlinekauf noch kein großes Thema zu sein. Das geht zumindest aus der Umfrage „Vitale Innenstädte“ hervor, die das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern durchführte, unter anderem mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK).

Christoph Bremkamp, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Interessensgemeinschaft Sprockhövel (WIS) ist da eher skeptisch. Er habe sich mit den Ergebnissen intensiv beschäftigt. Sein Fazit: „Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Die SIHK befragte nur Kunden, die in der Stadt unterwegs waren.“ Wer daheim am Rechner saß und mit dem Mauszeiger durch das Netz klickte, blieb außen vor. „Wären die mit einbezogen worden, hätte das Ergebnis schon anders ausgesehen.“

Doch die Sprockhöveler scheinen beides zu mögen – die Geschäfte vor Ort und das bequeme Einkaufen von zu Hause aus. „Das Angebot ist schon ganz nett hier“, sagt Tanja Dreher, 29 Jahre alt und Mutter. Doch mit dem Kinderwagen komme sie in manche Läden erst gar nicht rein. Ein paar Treppenstufen werden zum Hindernis, die Wege zwischen den Regalen sind zu eng. „Und draußen will ich den Wagen auch nicht stehen lassen.“ Monika Reigber (42) und Vanessa Hausherr (31) genießen es zwar, Laden um Laden abzuklappern. „Doch wenn wir nicht das Passende finden, dann bestellen wir auch gerne im Internet.“

Es gibt jedoch Möglichkeiten, dass der Einzelhandel auch für Online-Kunden wieder attraktiver wird. Eine davon heißt „Click & Collect“, sinngemäß: im Internet bestellen, im Laden abholen. Monika Reigberg und Vanessa Hausherr haben dazu eine klare Meinung. „Ganz oder gar nicht“, sagen sie. Da weichen beide lieber auf die üblichen Verkaufsportale aus. „Und wir lassen es vom Postboten bis an die Haustür liefern.“ Auch Tanja Dreher sieht das so.

Und der WIS-Vorsitzende Bremkamp sagt: „Für den einzelnen Händler ist es wohl kaum zu stemmen, ein Shop-System anzulegen und zu pflegen.“ Das koste und sei arbeitsaufwändig. Er könne sich aber gut vorstellen, ein Verkaufsportal über die WIS zu erstellen.

Wolfgang Weiss, Vorsitzender des Werberings Haßlinghausen, habe die Möglichkeit, den Online-Handel mit dem stationären Handel zu verbinden, den Mitgliedern zwar vorgestellt. „Es muss aber jeder selbst entscheiden, wie das gehandhabt wird.“ Er habe sich, als Betreiber einer Parfümerie, dagegen entschieden. „Ich kann schon jetzt meinen Kunden alles besorgen, was sie haben möchten und das auch zu super Preisen.“