Treckerfreunde reisen mit dem Bauwagen an

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Auf Dittmers elftem Treckertreffen campierten einige der weit angereisten Aussteller das Wochenende über und tauschten sich mit Oldtimer-Liebhabern in Fachgesprächen aus.

Sprockhövel..  „Nur die Harten campen im Garten“ – zumindest so ähnlich geht ein bekanntes Sprichwort. Das haben einige Oldtimer-Liebhaber, die das elfte Treckertreffen auf Dittmers Hof in Hiddinghausen besucht haben, ganz und gar wörtlich genommen. Im Fahrerlager, etwas abseits von der Ausstellungsfläche alter Fahrzeugmodelle, verbrachten zum Teil Weitangereiste in Wohnwagen oder Zelten das Wochenende auf einem Feld. Und das bei einem Wetterumschwung von drückender Hitze hin zu prasselndem Regen.

Familie Berger reiste aus unmittelbarer Nachbarschaft, nämlich Witten-Stockum, mit drei Treckern der Marken Hanomag, Bautz und Deutz aus den 1960er Jahren an. „Ich bin schon als Kind mit der Leidenschaft für Oldtimer aufgewachsen, da meine Eltern einen Trecker besaßen, obwohl wir in der Stadt wohnten“, erinnert sich Tim Berger.

Im eigenen Wohnwagen fahren er und seine Frau Manuela bis zu 15 Mal im Jahr, zwischen April und September, zu Treckertreffen in ganz NRW. Auch Hündin Kimba ist stets mit von der Partie. Bei den Dittmers schätzen sie vor allem die gute Mischung der Ausstellungsfahrzeuge: „Vom Motorrad bis zum Lastkraftwagen ist für jedes Interesse alles dabei“, so der Treckerfahrer. Das Campen auf solchen Veranstaltungen ist für das Ehepaar selbstverständlich. „Viele der Aussteller kennen sich untereinander und da ist es schön, sich mehrmals im Jahr zu treffen“, sagte Tim Berger.

Treckerfreunde aus Meinerzhagen

Eine weitere Anreise hatten hingegen Hans und Björn Imig, Vater und Sohn, beide Mitglieder der Schlepperfreunde Ihnetal. Aus Meinerzhagen brachte das Duo mit weiteren Freunden vier Oldtimer-Trecker der Marken Hanomag, Schlüter und Gültner aus den 1950er und -60er Jahren mit. „Einer der Traktoren muss unseren vier Tonnen schweren Bauwagen ziehen“, erklärte Hans Imig. Den hat das Zweiergespann innerhalb von drei Jahren selbst ausgebaut – inklusive Küche, Bad und Schlafraum mit Strom und Wassertank. „Wir haben zunächst mit einem Zelt angefangen und dann gemerkt, wie schön es ist, unabhängig zu sein“, so Björn Imig. Auch die Frauen und Kinder sind deshalb auf so mancher Fahrt dabei. Da es sich oft nicht lohnt, bei mehrtägigen Treffen wieder nach Hause zu fahren, haben sich die Imigs für das Campen entschieden. „Es ist doch spannend, abends mit anderen Oldtimer-Sammlern noch ein paar Fachgespräche zu führen“, sagte Björn Imig.

Am Ende des Fahrercamps hatte sich die größte Gruppe heimisch eingerichtet. Zum dritten Mal schon sind neun Mitglieder der Treckerfreunde Wanne-Eickel mit acht Fahrzeugen und einer kompletten Campingausrüstung samt Lagerfeuerholz zu Gast bei Dittmers Treffen. In der Halle des Vorsitzenden Friedrich Strunk haben die Treckerfreunde ihre Traktoren selbst restauriert – samt Elektrik, Mechanik und Lackierung. Die Gründung des Vereins basierte dabei auf dem Lied „Resi, I hol di mit meim Traktor ab“, das Friedrich Strunk auf einer Party hörte. Es gab ihm den entscheidenden Impuls, sich auch einen Trecker zuzulegen, da er schon oft auf dem Hof der Großeltern mit einem gefahren ist.