Terminsuche in Sprockhövel ist ein Puzzlespiel

„Nix los in Sprockhövel“: Mit diesen Plakaten sorgte der Verkehrsverein vor fünf Jahren für Aufsehen.
„Nix los in Sprockhövel“: Mit diesen Plakaten sorgte der Verkehrsverein vor fünf Jahren für Aufsehen.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In der Stadt gibt es zwar zahlreiche Veranstaltungen, doch ein einheitlicher Kalender fehlt. Vereine und Stadt vernetzen sich hier nicht ausreichend.

Sprockhövel..  Sprockhövel ist alles andere als verschlafen. Ob Vereine oder Kirchengemeinden: Sie alle organisieren ihre Veranstaltungen und für fast jeden Geschmack ist etwa dabei. Nur mit der Werbung, da hapert es. Einen einheitlichen Veranstaltungskalender gibt es nicht. Stattdessen wirkt es, als koche jeder sein eigenes Süppchen.

Die einen schwören auf Inserate, manche pflegen ihre Termine auf der städtischen Internetseite eine, manche beim Stadtmarketing- und Verkehrsverein, bei der WIS oder beim Werbering, also bei den beiden Werbegemeinschaften in Haßlinghausen und Niedersprockhövel. Und die Sprockhöveler Bürger? Die dürfen sich munter durch das Netz klicken und ihrer Lieblingstermine zusammenpuzzeln. Vor fünf Jahren hätte sich das ändern können. Damals sorgte der Stadtmarketing- und Verkehrsverein für Furore: „Nix los in ... Sprockhövel!“, zierte damals eine Reihe von Plakaten. Darüber zerbrachen sich sogar die Politiker die Köpfe: Wer steckt da nur hinter? Wenig später waren die Plakate mit „Doch was los“ überklebt.

All das war ein Werbe-Gag, der der Stadtmarketing- und Verkehrsverein wollte seinen neuen Online-Veranstaltungskalender ins Gespräch bringen. Unter www.was-los-in.de hätten alle Institutionen ihre Termine selbstständig eintragen können. Allein: Die Idee ist bis heute nicht zum erhofften Selbstläufer geworden.

Wenig Termine selbst eingepflegt

Den Kalender gibt es zwar noch immer. Doch nur die wenigsten pflegen ihre Termine selbst ins System ein. Um den Rest kümmert nun sich Ulrike Dikty. Sie füllt seit 2012 den Veranstaltungskalender mit allen Terminen, die auf ihrem Schreibtisch landen. „Wir haben bei unserem letzten Neujahrsempfang noch einmal für unseren Veranstaltungskalender geworben und Flyer verteilt.“ Wer seinen Termin dort sehen möchte, der muss auf den Verein zukommen. „Ich kann da nicht hinterher rennen.“

Uwe Kellner vom Sachgebiet für Öffentlichkeit- und Gremienarbeit kennt den Vorwurf, dass es nicht nur einen, sondern zahlreiche Veranstaltungskalender gibt. „Viele machen leider ihr eigenes Ding“, sagt er. Denn genau wie der Verkehrsverein ist die Stadt darauf angewiesen, dass die Veranstalter sich selbst melden. Daher fehlen mitunter gerade herausragende Veranstaltungen wie Trödelmarkt oder Stadtfest. „Die Koordination funktioniert da einfach nicht.“

Bürgermeister Ulli Winkelmann sagt: „Mir liegt viel daran, dass alles zusammengeführt wird.“ Durch den neuen Internetauftritt habe die Stadt alle Möglichkeiten. Er wolle Gespräche führen, wie diese Möglichkeiten genutzt werden können.