Steuer schockiert Hausbesitzer

Die Stadt Sprockhövel verschickte in diesen Tagen die Jahresbescheid der  für Hausbesitzer.
Die Stadt Sprockhövel verschickte in diesen Tagen die Jahresbescheid der für Hausbesitzer.
Foto: Funke Foto Services
Bescheide über die erhöhte Grundsteuer B wurden verschickt. Verein Haus und Grund plant Podiumsdiskussion mit den Parteien.

Sprockhövel..  Die Erhöhung der Grundsteuer B zum 1. Januar war angekündigt. Es ist abstrakt, wenn man von der Erhöhung des Hebesatzes von 462 auf 730 Prozent liest – wenn man schwarz auf weiß vor sich hat, was genau zu zahlen ist, ist das hingegen sehr konkret. Denn ein paar Hundert Euro mehr im Jahr kommen da schnell zusammen. Mehrere Leser berichten deshalb, sie seien regelrecht erschrocken, als sie die Schreiben öffneten.

So auch Hausbesitzer Jürgen Niederheide. „Ich war entsetzt“, sagt er. „Das Ausmaß ist extrem. Diejenigen zu schröpfen, die hier nicht weg können, finde ich nicht richtig.“ Die Finanznot, aus der jetzt die Grundsteuer B erhöht wurde, sei ein Fehler der Stadt. „Es wird sozial getan“, aber die Erhöhung sei genau das Gegenteil. Denn Hausbesitzer wie er müssten die Erhöhung auf die Mieten umlegen. Auch wenn er weiß, dass die Lage aussichtslos ist, sagt Niederheide: „Wenn geklagt würde, wäre ich sofort dabei.“

Eine Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagt: „Ich habe nichts gegen Steuererhöhungen. Aber sie sollten im Rahmen bleiben.“ Die Verwaltungen der Städte gäben Geld für „unnötige Dinge“ aus und sollten statt an der Einnahme- an der Ausgabenseite ansetzen. „Sonst sind die Nebenkosten bald die zweite Miete.“ Und es gebe ja auch Hausbesitzer, die nicht vermieten und so auf den Kosten sitzen blieben.

Auch viele Mieter werden sich die Augen reiben, wenn sie ihre Nebenkostenabrechnung erhalten. Das Thema scheint derzeit aber noch nicht viele zu bewegen. Jedenfalls habe sie noch keine Reaktionen bekommen, so die Vorsitzende des Mietervereins Ellen Heinrich-Peters. „Die Erhöhung wird erst spürbar mit den Nebenkostenabrechnungen 2015, die im Jahre 2016 erteilt werden.“ Sie empfiehlt Mietern, dann auch zu prüfen, ob die Grundsteuer laut Vertragsformulierung überhaupt ein umlegbarer Kostenpunkt ist. Der Mieterverein plant zu dem Thema Infoveranstaltungen.

Etwas weiter in seiner Planung ist der Verein Haus und Grund. Auch hier sei ein Ansturm der Entrüstung ausgeblieben, berichtet der Haßlinghauser Vorsitzende Matthias Mayer. Gleiches gilt für Niedersprockhövel. Die Mitglieder hätten wohl „resigniert“. Dennoch könne eine Steuererhöhung nicht dazu dienen, Haushaltslöcher zu stopfen. Deswegen hat Mayer eine Podiumsdiskussion organisiert, auf der am Donnerstag, 26. März, der Bürgermeister und die Parteien erklären sollen, wo sie Einsparpotenziale sehen. Zudem gehe es darum, eine Lösung zu finden, um regelmäßige Steuererhöhungen zu verhindern. „Vielleicht finden wir ja einen konstruktiven Weg.“

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