Sternsinger trotzen in Sprockhövel dem Schneeregen

Gespannte Gesichter, bevor es auf die Straße geht: Die Kinder der Gemeinde St. Josef freuen sich auf das Sternsingen.
Gespannte Gesichter, bevor es auf die Straße geht: Die Kinder der Gemeinde St. Josef freuen sich auf das Sternsingen.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Kinder ziehen als Heilige Drei Könige von Tür zu Tür, sammeln Spenden und Süßigkeiten.

Sprockhövel..  Kurz bevor die Sternsinger der katholischen Gemeinde St. Josef losziehen, herrscht im Gemeindehaus noch Gewusel. Die Kinder ziehen sich um: dicke Jacken unter die Umhänge der Heiligen Drei Könige, dicke Mützen oder Ohrenwärmer unter die Kronen – das Wetter meint es nicht gut mit ihnen.

Kurzfristig haben sich noch sechs Kinder krankgemeldet, so dass die Grüppchen umorganisiert werden müssen. Und kurz vor der Aussendung durch Pastor Burkhard Schmelz gibt es auch noch Niederschlag. Eine Mischung aus Schnee und Regen kommt bei Temperaturen von zwei Grad vom Himmel. Davon allerdings lassen sich die rund 30 Kinder nicht groß beeindrucken. Manche kommen sogar von weiter her, zum Beispiel Helena (5). „Wir kommen extra aus Arnsberg-Voßwinkel“, sagt ihre Mutter Claudia Hauschulte, die früher die Sternsinger-Aktion leitete. „In Voßwinkel laufen nur die Erwachsenen, dort macht das traditionell der Männergesangsverein.“ Helena kommt nach Haßlinghausen, weil sie dem Sternsingen in einer Gruppe mit ihrem Cousin Jens und Felix entgegenfiebert.

Auch Sophie (8), Liv (8) und Annika (10) machen sich auf den Weg. „Damit ihr den Segen weitergeben könnt, muss ich euch erst segnen“, hat Burkhard Schmelz ihnen im Aussendungsgottesdienst gesagt. Sie singen „Die Sternsinger gehen von Haus zu Haus“, bringen den Segensspruch „C+M+B“ („Christus mansionem benedicat“ bedeutet „Christus segne dieses Haus“) an und erhalten dafür Geldspenden und Süßigkeiten.

Auch an der Tür von Margarethe Körten klingeln Sophie, Liv und Annika. Die drei singen, während Körten mit einem Lächeln im Gesicht zuhört. „Das habt ihr schön gemacht“, sagt sie, steckt Geld in die Sparbüchse, außerdem gibt sie eine große Tüte Weingummi weiter. „Ich freue mich immer schon vorher auf die Sternsinger“, sagt Margarethe Körten. Bei ihr wie auch anderen wird der Segen auf Wunsch mit einem Aufkleber angebracht, nicht immer traditionell mit Kreide geschrieben. Nicht nur das Geld geht an eine wohltätige Organisation. „Von den Süßigkeiten bleibt immer viel über“, sagt Gruppenbetreuerin Anke Lehmann. „Das bekommt das Frauenhaus.“