Stadt bietet Jugendsprechstunde an

Dreharbeiten im Jugendzentrum Niedersprockhövel 2014. Jetzt werden Jugendsprechstunden eingeführt.Foto:Pollkläsener
Dreharbeiten im Jugendzentrum Niedersprockhövel 2014. Jetzt werden Jugendsprechstunden eingeführt.Foto:Pollkläsener
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Hemmschwellen zwischen Jugendlichen und der Verwaltung sollen in den Jugendzentren abgebaut werden. Fachausschuss folgt Vorschlag der CDU.

Sprockhövel..  Der Jugendhilfeausschuss hat auf Anregung der CDU-Fraktion die Einrichtung einer Jugendsprechstunde beschlossen. Damit können sich ab Juli interessierte Kinder und Jugendliche an die Verwaltung wenden, um Fragen zu stellen und Vorschläge zu machen.

Christian Waschke, Sprecher der CDU-Fraktion im Stadtrat, verspricht sich von der Sprechstunde den Abbau von Hemmschwellen zwischen jungen Bürgern und der Verwaltung sowie neuen Schwung für die Jugendarbeit. „Die Sprechstunde wurde bewusst in die Jugendzentren gelegt“, erklärt er. „Diese haben am Nachmittag und abends, also zu schülerfreundlichen Zeiten geöffnet, und häufig besteht bereits eine Vertrauensbasis zwischen den Jugendlichen und den Betreuern dort“, so Waschke weiter. Im Herbst soll dann eine erste Bilanz gezogen werden. „Es wird sich zeigen, ob die Sprechstunde angenommen wird oder wir weiterdenken müssen, eventuell andere Schwerpunkte setzen oder mehr Informationen streuen.“

Kein zusätzlicher Aufwand

Die Leiterin der Jugendzentren, Gudrun Hansen, steht der Neuerung offen gegenüber. „Zu den angesetzten Sprechzeiten sind die Zentren ohnehin besetzt, es entsteht also kein zusätzlicher Aufwand“, erklärt sie. Ob die Jugendlichen das Angebot annehmen, weiß sie nicht abzuschätzen. „Vor allem bei jungen Leuten, die nicht sowieso schon mit ihren Anliegen zu uns kommen, bleibt es fraglich, ob sie gezielt von der Sprechstunde angesprochen werden“, überlegt sie.

„Ich finde die Aktion gut, etwas Ähnliches gibt es bei uns noch nicht“, äußert sich der 18-jährige Dennis Stinder. Melanie (14), die das Jugendzentrum in Haßlinghausen regelmäßig besucht, ist eher skeptisch. „Ich denke, dass diejenigen, die etwas zu sagen haben, das auch jetzt schon tun. Dafür extra einen Termin festzulegen, könnte überflüssig sein.“

Tatjana Klein wiederum ist der Ansicht, dass jungen Leuten bislang ein konkreter Ansprechpartner fehlt. „Die Instandsetzung der Spielplätze in Sprockhövel und die vielleicht nicht ganz sinnvoll untergebrachten Flüchtlinge sind nur zwei von vielen Themen, die in der Sprechstunde zur Sprache kommen können und sollten“, findet die 23-Jährige.

Immer von 18 bis 19 Uhr

Die Sprechstunde soll jeweils im vierwöchigen Rhythmus und immer von 18 bis 19 Uhr stattfinden: in Haßlinghausen mit Start am 2. Juli stets am ersten Donnerstag im Monat, in Niedersprockhövel mit Start am 29. Juli jeweils am letzten Mittwoch im Monat.