Sprockhöveler rät zur individuellen Vorsorge

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Was wir bereits wissen
Anwalt Christian Ruthenbeck informiert bei der Senioren-Union über Generalvollmacht und Patientenverfügung.

Sprockhövel..  Plötzlich müssen andere die Entscheidungen treffen – nach einem Unfall, einer Krankheit, wenn man seinen Willen nicht mehr erklären kann. Da empfiehlt es sich, seine Wünsche vorher schriftlich festzuhalten. Wer kümmert sich um Bankgeschäfte? Wer entscheidet, wie man behandelt wird? Wer entscheidet, wann die lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet werden?

Um das zu regeln, gibt es drei Formulare. In der Vorsorge- und Generalvollmacht sowie der Patientenverfügung kann jeder Wünsche äußern und Vertrauenspersonen nennen, Bevollmächtigte, die Entscheidungen übernehmen. Über diese wichtigen Dokumente informierte die Senioren-Union in der Gaststätte „Zum Amtshaus“.

Anwalt Christian Ruthenbeck rät von Vordrucken zum Ankreuzen ab. Wenn sie auch besser seien „als gar keine“. Er rate ausdrücklich dazu, zu individualisieren und Ärzte und Pflegepersonal von der Schweigepflicht zu entbinden. „Der Bevollmächtigte muss mit dem Arzt Rücksprache halten können.“

Mit Verfügungen und Vollmachten können Angelegenheiten geregelt werden. Sollen Wiederbelebungsmaßnahmen unterlassen werden? Dürfen Antibiotika verabreicht, soll auf die Gabe von Blut verzichtet werden? Wie sieht es mit künstlicher Ernährung, wie mit der Fixierung eines Patienten aus? „Sie können sogar Einzelheiten über ihre Beerdigung festhalten“, sagte Ruthenbeck. Das gehe auch im Testament, „doch bis es geöffnet wird, dauert es oft länger“.

Es könne entschieden werden, ob Palliativmedizin eingesetzt werde oder man in ein Hospiz wolle. Ein Kärtchen im Portemonnaie mit Daten und der Rufnummer des Bevollmächtigten macht Ärzte auf eine Patientenverfügung aufmerksam. Eine Registrierung im zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer kostet 20 Euro, Vorsorge- und Betreuungsverfügung 50 Euro.