Sprockhöveler loben den Einzelhandel

Zum Nachtschlag ist die Mittelstraße in Haßlinghausen immer besonders gut besucht.
Zum Nachtschlag ist die Mittelstraße in Haßlinghausen immer besonders gut besucht.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Was wir bereits wissen
Die Einkaufszentren in Haßlinghausen und Niedersprockhövel schneiden bei einer Umfrage überdurchschnittlich gut ab – nur wenige Lücken im Sortiment müssen geschlossen werden.

Sprockhövel..  Was für ein Ergebnis: Im Vergleich zu ähnlich großen Kommunen schneiden die beiden Ortskerne mit der Mittelstraße in Haßlinghausen und der Hauptstraße in Niedersprockhövel überdurchschnittlich gut ab. Das Fazit der Untersuchung „Vitale Innenstädte“ – eine Kundenbefragung, die das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern, unter anderem mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), durchführte – ist somit eindeutig: Der Sprockhöveler ist mit dem Einzelhandels-Angebot zufrieden.

Diesseits und jenseits der A43 müssen sich die Händler anderen Ansprüchen stellen. Die Kundenbindung ist gut, noch gibt es aber Luft nach oben. Haßlinghauser wünschen sich ihren Drogeriemarkt, Niedersprockhöveler wünschen sich Geschäfte für Bekleidung, Schuhe und Elektronik. Hinzu kommt das geänderte Konsumverhalten der Kunden, die fortschreitende Digitalisierung – klassischer Einzelhandel stagniert, Onlinehandel wächst – und der demografische Wandel. Auch Sprockhövel wird älter, weniger, bunter.

Sprockhövel nahm als einzige Kommune im Bezirk der SHIK teil. „Für uns war es eine gute Gelegenheit, die Strukturveränderung im Handel aufzuzeigen“, sagt der Beigeordnete Bernd Woldt. Die Teilnahme an der Untersuchung habe die Stadt etwa 2100 Euro gekostet.

Zu den guten und schlechteren Ergebnissen kommen überraschende hinzu. Christoph Bremkamp, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Interessensgemeinschaft (WIS) mit Sitz in Niedersprockhövel, höre in seinem Laden immer wieder, dass längere Öffnungszeiten gefordert wären. Seine persönliche Meinung: „Dass die Geschäfte am Mittwochnachmittag geschlossen haben, ist überholt.“ Er irrt – laut Umfrage: Sowohl in Haßlinghausen als auch in Niedersprockhövel sind die Kunden mit den Öffnungszeiten zufrieden. In Haßlinghausen wäre ­aber ein langer Samstag lohnenswert.

Onlinehandel keine Konkurrenz

Die Konkurrenz des Onlinehandels ist noch kein Thema. „Doch die Entwicklung macht keinen Halt“, sagt Stefanie Erben, Leiterin des Fachbereichs Handel und Dienstleistungen der SIHK. Stationäre Händler haben zwei Möglichkeiten: Cross-Channel und Click and Collect. „Darüber können sie Kunden auf allen Kanälen abfangen, den statio­nären Handel mit dem Online­handel verknüpfen.“ In beiden Ortsteilen gebe es eine hohe Kaufkraft und eine große regionale Verbundenheit.

Minuspunkte gibt es beim Freizeitangebot und der dünn angesiedelten Gastronomie. „Die Stadt muss Erlebnisscharachter bekommen.“ Bei der Gestaltung der Innenstädte hat Niedersprockhövel gegenüber Haßlinghausen die Nase vorn. „Die Mittelstraße ist keine Fußgängerzone, aber gerade die Erreichbarkeit der Geschäfte ist ein großer Vorteil.“