Sprockhöveler Bürgern fehlt barrierefreier Wohnraum

Susanne Görner, Leiterin der Bereiche Bauen und Wohnen, Planen und Umwelt bei der Stadt, weiß um die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen.
Susanne Görner, Leiterin der Bereiche Bauen und Wohnen, Planen und Umwelt bei der Stadt, weiß um die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen.
Foto: WAZ Fotopool
Die Mieterinteressengemeinschaft beanstandet, dass die Stadt nur wenig, dafür zu teuren Wohnraum schafft, der barrierefreien Standards entspricht. Sie bat Experten zum Gespräch in die Freiwilligenbörse.

Sprockhövel..  In Sprockhövel fehlt barrierefreier Wohnraum. Das kritisiert die Mieterinteressengemeinschaft. Nur etwa drei bis fünf Prozent des Wohnraumes biete einen entsprechenden Standard. Der müsse teuer bezahlt werden, lange Wartezeit in Kauf genommen werden. Die Stadt hat nur einen begrenzten Spielraum bei der Schaffung barrierefreier Wohnungen. Dabei sind die gerade bei älteren Bürgern sehr gefragt.

„Wohnen muss zum sozialen Grundrecht werden“, fordern Roland Müller und Manuel Traber, die Sprecher der Interessengemeinschaft. Und dazu brauche es die Politik. Daher hatten sie in die Freiwilligenbörse an der Dorfstraße in Haßlighausen geladen und sich Referenten geholt, die sich mit dem Thema bestens auskennen: Zum einen Susanne Görner, Leiterin der Bereiche Bauen und Wohnen, Planen und Umwelt bei der Stadt. Zum anderen das Duo Hans-Werner Geburek und Rainer Zott des Forschungsinstituts Vollmarstein, das zur Stiftung Vollmarstein gehört.

„Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen ist da“, bestätigte Görner für Sprockhövel. Die Stadt versuche, dieser Nachfrage zu genügen. „In den Bebauungsplänen legen wir fest, dass die neuen Wohnungen mehrgeschossig sein müssen und wir schließen mit den Investoren städtebauliche Verträge ab.“

In Bezug auf die Barrierefreiheit biete das aber nur beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten. Und allzu viele Vorschriften drückten den Preis. Die Stadt sei als Stärkungspaktkommune aber darauf angewiesen, Grund und Boden möglichst teuer zu verkaufen.

Erdgeschoss immer barrierefrei

Dazu liege es bei den Investoren, ob sie den Wohnraum schließlich als Miet- oder Eigentumswohnung anbieten. Immerhin: Erdgeschosswohnungen müssen laut Bauverordnung immer barrierefrei sein. Doch der Begriff sei nicht geschützt, werfen Hans-Werner Geburek und Rainer Zott ein. „Das hat oft nichts mit der Barrierefreiheit nach Din-Norm zu tun und wird nur zur Werbung eingesetzt.“

Das Forschungsinstitut Vollmar­stein setzt sich intensiv für die Wohnraumberatung ein, arbeitet eng mit Architekten und Handwerkern, hat sogar eine Musterwohnung in Wetter stehen. „Dort geben wir viele Beispiele, von der Türgriffverlängerung bis hin zum automatischen Türöffner.“ Hier strebe auch die Interessengemeinschaft eine engere Zusammenarbeit an. Doch dass nach wie vor die Mieten hoch sind, ist ihr ein Dorn im Auge. „Die Kommunen müssen da Lösungen finden und das nicht auf die Investoren abwälzen, die mit bitterer Miene Zugeständnisse machen“, sagte Müller