Sprockhöveler bauen eine Wikinger-Stadt aus Bretterbuden

Um auch wie echte Wikinger auszusehen, bastelten die Kinder Kostüme, zu denen auch Helme, Schilder und Äxte gehörten.
Um auch wie echte Wikinger auszusehen, bastelten die Kinder Kostüme, zu denen auch Helme, Schilder und Äxte gehörten.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Auf dem Abenteuerspielplatz an der Grundschule Börgersbruch bauten Kinder in zwei Wochen unter dem Motto „Wikinger“ neun Holzhütten und bastelten sich passende Kostüme dazu.

Sprockhövel..  „Hey ho, die Wikinger kommen, es rette sich wer kann“ – so lautet der Refrain eines selbstkomponierten Liedes der Kinder, die in den ersten zwei Ferienwochen den Abenteuerspielplatz in Niedersprockhövel im Rahmen des Ferienspaßes besucht haben. Die kleinen „Wikinger“ im Alter von sechs bis zwölf Jahren mussten sich nämlich auf der Wiese neben der Grundschule Börgersbruch ein neues Lager aufbauen, da ihr Schiff dort gestrandet ist: Neun große Bretterbuden aus Holz sind dabei in Eigenarbeit entstanden.

Echte Wikinger erkennt man natürlich direkt an ihrem Aussehen. Deshalb bastelten die Kinder eigene Kostüme inklusive Helm, Schild und Axt. „Es hat viel Spaß gemacht, das Wappen von unserer Gruppe auf das Schild zu malen“, sagt Emily (8). „Die fantastischen Acht“ ist der Name der Gruppe, der das Schild in blau-silberner Farbe schmückt. Mit Nicole (10) hat Emily einen kleinen Verkaufsladen als Hütte gebaut.

Aus den einzelnen Hütten ist eine echte Wikinger-Stadt geworden – Brücken verbinden die Häuser, in die viele Treppen und Fenster und sogar Türme eingebaut sind. „Ich fand es am besten, die Bretter auf die passende Größe zu sägen und festzunageln“, sagt Moritz (7). Und Lias (11) ergänzt: „Man kann ganz frei, ohne Vorgaben bauen, das finde ich so toll“. Leider wurden Teile einiger Hütten nachts von Unbekannten beschädigt, eine Flagge auch mit einem Messer zerschnitten. „Das hat mich geärgert, weil das viel Arbeit war die Hütte zu bauen und ich stolz darauf war“, so Ilai (6). Alle halfen nach dem „Überfall“ jedoch bei Reparaturen mit. Ute Feldmann, Leiterin des Abenteuerspielplatzes, kennt die Situation aus vorherigen Jahren: „Das Problem ist, dass man das Gelände nicht absperren kann“.

Unterbrochen wurde die fleißige Arbeit unglücklicherweise von der Hitze in der ersten Woche: Wasserspiele, kleine Pools und ein Ausflug ins Freibad sorgten für Abkühlung. Auch eine Rallye durch die Stadt, bei der die Kinder in der Eisdiele zeigen mussten, wer als Wikinger am schrecklichsten aussah, war Teil des Programms.

Den Abschluss des zweiwöchigen Camps bildete ein Turnier, bei dem die Gruppen in mehreren Spielen gegeneinander antreten mussten – wer braucht die wenigsten Schläge um einen Nagel ins Brett zu hauen und wer krabbelt am schnellsten durch ein Netz? Das größte Spiel war jedoch das selbstausgedachte „Wikinger-Football“: Jeweils zwei Mannschaften spielten fünf Minuten in zwei Spielfeldern gegeneinander: Während die einen den Ball fangen und der Reihe nach unter allen Spielern durchgeben mussten, mussten die Gegner so oft wie möglich im Kreis laufen und punkten. „Es hat mir gefallen, dass es ein Teamspiel war“, sagt Piet (12), während es Niklas (11) gefiel, „dass es ein Ballspiel war“. Verkündet wurde der Endstand erst, als die Eltern gekommen waren, um durch die Wikinger-Stadt geführt zu werden.