Sprockhövel fühlt sich bei Ortsumgehung bestätigt

Die Umgehungsstraße L70n soll die Innenstadt in Niedersprockhövel vom Verkehr entlasten.
Die Umgehungsstraße L70n soll die Innenstadt in Niedersprockhövel vom Verkehr entlasten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Verwaltungsgericht Arnsberg wies Klage gegen den Bau der Umgehungsstraße ab. Ein Antrag auf Berufung ist möglich. Die Stadt sieht das Urteil als klares Signal.

Sprockhövel..  Ob die Umgehungsstraße L70n kommt oder nicht, ist weiter offen – die Gegner mussten nun aber eine Niederlage einstecken. Das Verwaltungsgericht in Arnsberg lehnte die Klage einer Anwohnerin gegen den Bau ab. Während die Stadt das Urteil als klares Signal auffasst, geben sich die Gegner der Ortsumgehung weiter kämpferisch.

Irgendwann soll die L70n die Hauptstraße und die Haßlinghauser Straße verbinden. Die Umgehungsstraße ist bereits seit Jahrzehnten im Gespräch. Ebenso lange gibt es die Gegner des Projekts, die sich vor einiger Zeit in einer Initiative zusammenschlossen.

Ihr Widerstand gipfelt und endete nun vorläufig vor dem Verwaltungsgericht in Arnsberg. Das Gericht wies die Klage einer Anwohnerin aus Niedersprockhövel ab. Sie ist Eigentümerin einiger Grundstücke, die für den Straßenbau benötigt werden. Mit der Klage hatte die Initiative zum letzten Strohhalm gegriffen, um den Bau der L70n zu verhindern. Denn ohne die Klage hätte die Bezirksregierung bauen dürfen.

Die Anwohnerin aber führte eine ganze Reihe von Kritikpunkten auf: Es habe Verfahrensfehler der Bezirksregierung gegeben, die Straße verstoße gegen das Naturschutzrecht und gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen, Flora und Fauna werden nicht ausreichend geschützt. Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts sah das anders.

Trotz des Rückschlags geben sich die Gegner der L70n nach wie vor kämpferisch: „Leider wurde die Klage unserer Mitstreiterin vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Nun hat das Oberverwaltungsgericht in Münster das Wort. Das Urteil ist nicht rechtskräftig“, heißt es auf der Internetseite der Initiative. Der Klägerin bietet sich in der Tat noch die Möglichkeit, einen Antrag auf Berufung zu stellen, über den das Oberverwaltungsgericht entscheiden muss.

Für den städtischen Beigeordneten Bernd Woldt ist das Urteil ein klares Signal – und er habe es mit Freude entgegen genommen. „Der Planfeststellungsbeschluss ist nicht mit Mängeln behaftet, die Aufhebung damit nicht gerechtfertigt“, sagte er. Das Gericht bekräftige noch einmal die Maßnahme. „Und da das Vorhaben im Landesstraßenbedarfsplan festgehalten ist, gibt es für die L70n auch ein konkretes Bedürfnis.“

Jetzt müsse noch abgewartet werden, ob ein Antrag beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingehe und Berufung zugelassen wird. „Wenn das Urteil rechtskräftig ist, werden wir die Gespräche mit dem Land fortsetzen und uns für das Vorhaben weiter einsetzen“, erklärt Woldt.