Sport hilft bei Verständigung
18.05.2009 | 17:20 Uhr 2009-05-18T17:20:00+0200Muslime, Polizisten und das runde Leder: Das Hallenfußballturnier des Arbeitskreises „Polizei und Muslime im Ennepe-Ruhr-Kreis” setzte Impulse für Verständigung und Verständnis.
„In den Dialog treten und Vertrauen schaffen”, das war die Idee des Arbeitskreises. Ein gemeinsames Fußballfest der Moscheen im EN-Kreis, von Kirche, Feuerwehr, Polizei und sogar einer Auswahl des Finanzamtes schienen für diesen Zweck ideal.
Musste das Turnier zu einem früheren Zeitpunkt wegen Wasserschadens der seinerzeit vorgesehenen Halle auch abgesagt werden, stand nun die große Glückauf-Halle den angereisten zwölf Teams und den zahlreichen Zuschauern zur Verfügung. Den Stellenwert der Veranstaltung unterstrichen auch Landrat Dr. Armin Brux, Superintendent Manfred Berger, Sprockhövels Bürgermeister Dr. Klaus Walterscheid und der Religions-Attache Ucmus vom türkischen Generalkonsulat mit ihrer Anwesenheit. „Die integrative Wirkung des Sports, wollen wir nutzen um auch bei den Mitmenschen muslimischen Glaubens mit Migrationshintergrund, das uns längst vertraute Bild der Polizei als Freund und Helfer zu vermitteln”, erläuterte Kriminaloberrat Peter von Prondzinski, als Leiter des Arbeitskreises den Zweck der Veranstaltung.
Wie wichtig das ist, machte Mehmet Konduglu von der Moschee in Schwelm deutlich: „Wenn du Polizei hörst, bekommst du automatisch Angst. Im Arbeitskreis erklären sie uns aber auch unsere Rechte. Wir kennen jetzt ein anderes Bild von der Polizei. Ich wäre stolz, wenn einer meiner Enkel in Deutschland Polizist würde.” Gespielt wurde den ganzen Tag. Während die Türken für deftige Hauptmahlzeiten und den berühmten Caj (türkischer Tee) sorgten, waren die deutschen Mannschaften für die süßen Sachen, sprich Kuchen, zuständig. Selbst die Gebetszeiten konnten eingehalten werden.
Entsprechend dem Sonnenstand, zogen sich die muslimischen Spieler um 13.34 Uhr in den zum Gebetsraum umgestalteten Gymnastikbereich der Sporthalle zurück. Am Ende überreichte Polizeidirektor Klaus Noske den ausgeschriebenen Pokal an das Team der Hattinger Moschee. Auch die Plätze zwei und drei gingen an die muslimischen Mannschaften aus Wetter und Gevelsberg. „Die waren einfach besser”, gestand Sascha Sommer (13), in dessen Kirchenauswahl neben CVJM-Spielern auch türkische Jungs und ein Mädchen dabei waren.
Maler und Lackierer Serdar Gazoglu (24) aus Hattingen hat sich gerade um eine Ausbildung bei der Feuerwehr beworben: „Eine gute Gelegenheit, neue Freund kennen zu lernen”, befand der Turniersieger. Auch vier Imane und ein Pfarrer haben mitgespielt. Die Geistlichen waren sich dann auch einig: „Auch der gemeinsame Spaß an so einer Veranstaltung ist sehr wichtig und erleichtert bestimmt auch eine Zusammenarbeit, wenn es mal ernst wird. Wir stehen dafür, dass Gott seine Freude am Fußball hatte, egal welchen Namen wir auch für ihn gebrauchen”, sagte am Ende Polizeiseelsorger Pfarrer Roland Krämer.
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