Schwieriger Theater-Stoff kurzweilig präsentiert

Foto: Bastian Haumann / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Schüler der Haßlinghauser Gesamtschule brachten das Drama „Medea“ auf die Bühne.

Sprockhövel..  Es war bestimmt keine leichte Kost, den sich der Literaturkurs der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule da ausgesucht hatte. Die Schüler der 13. Jahrgangsstufe brachten am Mittwoch und Donnerstag das Stück „Medea“ auf die Bühnenbretter.

Und das nicht etwa im weitläufigen Foyer, sondern in einem kleinen Klassenraum irgendwo im Untergeschoss, der mit den dunklen Wänden und von der Größe her bedrückend wirkte. Das passte wunderbar zum Stück. Medea hinterging aus Liebe zu Jason ihre Familie und ihr eigenes Land, tötete ihren Bruder, nur damit ihr Geliebter Jason das Goldene Vlies rauben konnte. Beide flüchteten nach Korinth, bekamen zwei Kinder. Nur Jason fand bald Gefallen an der Tochter des Königs und verließ Medea. Und hier begann das Drama um die von rasender Eifersucht, rasendem Schmerz gequälte Medea – und zwar vier Minuten lang in völliger Dunkelheit. Die Schüler kürzten das Stück auf das Nötigste, produzierten eine eigene Textfassung. Die Besonderheit: Die Rolle der Medea war gleich dreifach besetzt, mit Jacqueline Karsten, Joline Harloff und Karla Gottschalk. „Während der Vorbereitung haben die Schüler herausgearbeitet, dass Medea viele Facetten hat, die erst im Laufe des Stücks miteinander verschmelzen“, sagte Kursleiter Christian Rabe. Der Gegenpol zu Medeas düsterer Rolle und zur beklemmenden Inszenierung des Stücks, die sich auch im dunklen Spielort widerspiegelten, waren ihre Kinder Medeas und Jason (Torben Schilling und Niklas Wolf).

Die beiden spielten überzeichnet albern und ihre Rollen waren die einzigen Sympathieträger im gesamten Theaterstück. Als Medea sie tötete, um sich an ihrem Geliebten Jason zu rächen, war dies schließlich wie ein Paukenschlag. „Die Schüler brachten wirklich schweren Stoff auf die Bühne, den sie kurzweilig und leicht verständlich rüberbrachten“, sagte die Zuschauerin Sabine Winkler. Ihr habe es sehr gut gefallen, lobte sie den Literaturkurs der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule.