Schüler entdecken ihre Talente

An dieser Station fertigten die Schüler, wie hier rechts Alycia (14), Würfel aus Holz.
An dieser Station fertigten die Schüler, wie hier rechts Alycia (14), Würfel aus Holz.
Foto: Funke Foto Services

Sprockhövel..  Jugendliche sollten sich so früh wie möglich mit ihrem Wunschberuf befassen. Aber wie soll man herausfinden, was einem am meisten liegt? Zum Beispiel bei der Talentwerkstatt, die am Mittwoch die Mathilde-Anneke-Schule besuchte.

16 Stationen gab es in der Sporthalle der Mathilde-Anneke-Schule. Manche Schüler mühten sich mehr oder weniger dabei, Holz zu sägen, andere hielten an einer anderen Station gerade eine Babypuppe auf dem Arm – es ging darum, sich auszuprobieren.

Die Talentwerkstatt ist ein Projekt des Vereins Technikzentrum Minden-Lübbecke, das alle Berufsfelder erlebbar machen soll. Es war in zwei Abschnitte unterteilt: Am Dienstag durften sich 240 Schüler aller Jahrgangsstufen an einigen Stationen ihrer Wahl aus allen Berufsfeldern probieren. Der Mittwoch war der Jahrgangsstufe 8 vorbehalten, deren Schüler sämtliche Stationen durchlaufen und Aufgaben lösen mussten. Dabei ging es in 15 intensiven Minuten an jeder Station dann schon etwas mehr ins Detail.

Neigungen kennenlernen

„Die Schüler machen einmal alles durch“, sagte Kristina Wendland von der Werkstatt. „Wir haben alle Berufsfelder zu repräsentativen Aufgaben verdichtet. Hinterher ist der Horizont der Jugendlichen auf jeden Fall erweitert. Sie haben neue Berufe kennengelernt und ihre eigenen Neigungen.“

Dabei geht es um ganz Grundlegendes: Zum Thema „Produktion und Fertigung“ galt es zum Beispiel, einen Würfel aus Holz herzustellen. Wer keinen Spaß am Sägen hatte, der wird in diesem Berufsfeld wohl eher nicht als Tischler oder Holzmechaniker heimisch werden. Woanders konnten aber auch diese Schüler ihre Talente entdecken, sei es im Bereich „Kunst, Kultur, Gestaltung“ oder „Soziales, Pädagogik“.

Im Endeffekt reiht sich die Talentwerkstatt ein in einen längeren Prozess, der von dem Interesse an einem Beruf oder einem Berufsfeld über ein Praktikum und eine Ausbildung am Ende in den Beruf führen soll. „Deswegen kann man nicht früh genug anfangen“, sagt Kristina Wendland.

Die Werkstatt ist als Ergänzung gedacht zur generellen Information über Berufe im Internet oder auf Messen. Dort liest oder spricht man über bestimmte Tätigkeitsfelder – hier lernen die Schüler die Praxis selbst kennen. Olaf Schultes von der Mathilde-Anneke-Schule sagte, man habe durchweg positive Rückmeldungen von den Schülern erhalten. Die Werkstatt passe gut ins Konzept der Schule, die ihre Schüler von Beginn an auf dem Weg in die Ausbildung begleitet. „Wir haben eine Vermittlungsquote von 60 bis 70 Prozent.“

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