Schnelles Internet in Herzkamp ab September

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Sprockhövel..  Marcus Berghaus von der Bürgergemeinschaft Herzkamp zeigt auf den unscheinbaren Kasten am Straßenrand direkt an der Kirche: „Da liegen die Kabel drin, die uns schnelles Internet bringen.“ Und darum hat die Initiative „Schnelles Internet für Herzkamp“ lange gekämpft.

Seit 2012 trieb Berghaus das Thema voran, erste Gespräche führte er mit der Telekom bereits 2013, es gab Infoveranstaltungen und auch mit der Stadtverwaltung musste verhandelt werden. Im vergangenen Jahr gab es eine erste Einigung.

Voraussetzung für eine schnelle Internetanbindung war jedoch, dass in Herzkamp knapp 360 Verträge zwischen den Anwohnern und dem Telekommunikationsunternehmen zustande kamen. Daher mussten im Dorf Klinken geputzt werden. „Unsere Bürger zogen von Tür zu Tür und warben für das Projekt, da waren viele Hände im Spiel“, sagt Berghaus.

Und jetzt braucht es nur noch ein wenig Geduld. Die Telekom wird ihre Baumaßnahmen im September abschließen, anderthalb Kilometer Kabel verschwanden unter der Erde und münden in zwei graue Kästen. „Pro Kilometer Kabel waren das Kosten von 35 000 Euro, einer der Kästen liegt bei etwa 40 000 Euro“, sagt Reinhard Rohleder von der Telekom, der gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Vohl, Ralf Buschhausen und Tim Zimmermann am Dienstag einen Abstecher nach Herzkamp machte. Auch Vertreter von Politik und Verwaltung waren da, wie Bürgermeister Ulli Winkelmann und FDP-Mitglied Erwin Peddinghaus.

Die neuen Glasfaserleitungen bieten den Anwohnern ein wesentlich besseres Surf-Erlebnis. Zum Vergleich: Die alten Kupferkabel, die noch wenige Wochen genutzt werden, haben einen natürlichen Widerstand. Geht ein Signal in Wuppertal auf die Reise – von dort aus wird das Dorf versorgt – kommt am anderen Ende nicht mehr viel an. Etwas aus dem Netz herunterzuladen, braucht viele Stunden. „Die Glasfaserkabel übertragen dagegen verlustfrei über eine Distanz von 300 Kilometer.“ Das macht sich auch bei der Geschwindigkeit bemerkbar. „Eine typische DVD ist bei der neuen Verbindung in sechs Minuten gefüllt, Bilder sind sekundenschnell im Netz.“ Herzkamps neuer Anschluss ist zukunftsfähig. Bereits jetzt werden neue Standards entwickelt, die den Datendurchsatz vervielfachen. Die Telekom verlegte auch Leerrohre. Sollte die Leitung irgendwann einmal erweitert werden müssen, kann das ohne Straßenarbeiten gemacht werden. Und da Herzkamp bald erschlossen ist, sind die Grundlagen für ein schnelles Internet in Schee gelegt.

„Wir werden in den nächsten Tagen wieder zu einer Bürgerversammlung laden und darüber informieren, welche Technik die Anwohner für einen reibungslosen Umstieg brauchen und Empfehlungen aussprechen“, sagt Marcus Berghaus.