Rauchzeichen von den Herzkamper Schützen

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Was wir bereits wissen
Mit 15 Metern Durchmesser hatten sie eines der größten Osterfeuer entzündet. Besucher spekulieren über den Ursprung.

Sprockhövel..  Gigantisch war der Berg aus Ast- und Gehölzschnitt, der auf der Wiese hinter dem Vereinsheim des Herzkamper Schützenvereins aufgetragen wurde. Mit einem Durchmesser von 15 und einer Höhe von sechs Metern brennt hier eines der größten Osterfeuer der Stadt.

Als das Feuer entzündet wird, kommt ein kräftiger Wind auf. Eine riesige Rauchwolke breitet sich über der Wiese aus. Als der Wind dann die Richtung ändert, flüchten einige der insgesamt etwa 300 Gäste hustend auf die andere Seite des Feuers.

Für die nötige Sicherheit sorgt die Freiwillige Feuerwehr Gennebreck. „Damit das Feuer nicht außer Kontrolle gerät, muss es einen Mindestabstand von 100 Metern zu Wald, Gebäuden und der Straße haben“, erklärt Löschzugleiter Reinhard Spennemann. Einem besorgten Großvater war das nicht genug. Skeptisch beobachtet er seine Enkelin, die sich mit anderen Kindern einen Spaß daraus macht, durch die dichte Rauchwolke zu rennen und zu kriechen. Schließlich wird es ihm zu bunt und er holt seinen Schützling zu sich. „Der Rauch ist nicht gesund, außerdem ist er so dicht, dass man kaum etwas sehen kann und schnell zu nah am Feuer ist“, schimpft er.

Viele Besucher des Osterfeuers kommen der Tradition wegen, nicht alle wissen genau, was dahinter steckt. „Der Braucht stammt aus uralten Zeiten und dient dazu, den Winter zu vertreiben“, weiß der Wuppertaler Herbert Winkel. „Ich glaube der Schein des Feuers soll außerdem vor bösen Geistern schützen“, vermutet er. „Die Flammen sollen an das Licht der Welt, also an Jesus erinnern“, sagt die siebenjährige Julie. Das hätte sie zumindest im Religionsunterricht gelernt. „Osterfeuer gelten als Sicherung der Fruchtbarkeit und sollen zum Wachstum der Ernte beitragen, indem man die Asche auf den Feldern verstreut“, hat Karin Overbeck gehört.

„Ach du Schande, ich habe noch Wäsche auf der Leine hängen“, fällt Maria Schwarzig plötzlich ein, als sie sich umschaut und den Rauch vieler weiterer Osterfeuer aufsteigen sieht. „Ach jetzt ist es eh zu spät“, findet sie dann doch.