Politik wirbt für digitale Bücherei

Foto: Winfried Labus
Was wir bereits wissen
Grüne regen den Beitritt zum Verbund Onleihe Ruhr an. Für die Nutzer hätte das viele Vorteile. Dagegen stehen nach wie vor die Kosten.

Sprockhövel..  Die Bücherei soll ihr Angebot im Internet bereitstellen und dem Verbund Onleihe Ruhr beitreten. Bisher scheiterte das an den Kosten. Nun wird die Diskussion wieder geführt, die Grünen im Rat stellten einen entsprechenden Antrag. Nachdem sich die Mitglieder des Kulturausschusses beraten hatten, stand jedoch noch immer ein Fragezeichen hinter der Finanzierung. Die Stadt muss einmalig gut 19 000 Euro zahlen, um dem Verbund beizutreten. Hinzu kommen Folgekosten von etwa 2000 Euro pro Jahr bei einer Mindestvertragslaufzeit von 36 Monaten.

Zur Erinnerung: Der Medienetat musste wegen der angespannten Haushaltssituation bereits gekürzt werden. „Wenn wir uns aber dafür entscheiden und dem Verbund anschließen, müssen wir auch dabei bleiben“, sagt Norbert Zirkel vom Kulturbüro. Ein Rückzieher sorge nur für Unverständnis und Unmut bei den Nutzern. Mehr Personal werde dafür nicht nötig sein. Darin sind sich sowohl Zirkel als auch Kornelia Willberg von der Stadtbücherei einig. Für die Büchereikunden bringt das Onleihe-Modell viele Vorteile mit sich: Sie können Tag und Nacht auf den umfangreichen Bestand des Verbundes zugreifen, müssen nicht erst den Weg zu einem der beiden Büchereistandorte in Niedersprockhövel oder Haßlinghausen auf sich nehmen und es fallen nie wieder Versäumnisgebühren an. Nach der Verleihfrist sind die Dateien einfach nicht mehr nutzbar. Um das Angebot wahrzunehmen, müssen sie nur Mitglied der Bücherei sein.

Die Verwaltung bemühte sich bereits, alternative Finanzierungsmöglichkeiten für das Vorhaben zu finden. Nun gibt es einen neuen Versuch mit neuem Beschluss: Es soll geprüft werden, ob eine Stiftung die Einmalkosten und der Bücherei-Förderverein die Folgekosten tragen kann. Dazu soll sich der Förderverein jetzt äußern. In der nächsten Ausschusssitzung können seine Mitglieder über ihre Aktivitäten berichten.

Natürlich gibt es noch andere Verbünde. „Doch die spielen nach ähnlichen Spielregeln wie der Onleihe-Ruhr-Verbund“, sagte Willberg. Heißt: Die Kosten haben sich in dieser Höhe eingespielt. Dazu sind bereits weitere Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises bei der Onleihe angeschlossen. Eine Einzellösung ohne Verbund wäre nur theoretisch möglich. Dazu müsste die Bücherei den gesamten Grundbestand an E-Books erwerben.

Grundsätzlich begrüßen die Fraktionen den Antrag der Grünen. „Es ist sinnvoll, die Bücherei ins digitale Zeitalter zu führen“, sagte Astrid Zimmermann (FDP).