Perthes-Werk feiert 50. Geburtstag

Hildegard Schmidt testet die Kneipp-Anlage im Haus am Quell. Im Hintergrund: Einrichtungsleiter Christoph Ruthenbeck.
Hildegard Schmidt testet die Kneipp-Anlage im Haus am Quell. Im Hintergrund: Einrichtungsleiter Christoph Ruthenbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Es unterhält mit dem Matthias-Claudius-Haus und dem Haus am Quell je eine Einrichtung in den Sprockhöveler Ortszentren.

Sprockhövel..  Ein echtes Jubiläum: Seit 50 Jahren gibt es das Evangelische Perthes-Werk, gegründet unter dem Dach des Diakonischen Werkes. Es hat seinen Hauptsitz in Münster und unterhält im Stadtgebiet zwei von seinen 68 Einrichtungen: das Matthias-Claudius-Haus in Niedersprockhövel und das Haus am Quell in Haßlinghausen.

„Der Schwerpunkt des Werkes hat sich über die Jahre verschoben“, sagte Andrea Flesser, Einrichtungsleiterin des Matthias-Claudius-Hauses. Anfangs waren die Häuser eine Unterkunft für Bedürftige, Obdachlose und für Menschen, die beruflich umherzogen. „Heute bedienen wir die stationäre Altenpflege.“ Eins habe sich aber nie verändert: Das Perthes-Werk arbeite christlich und unternehmerisch. Der diakonisch-unternehmerische Ansatz sei gerade in der Pflege nötig. „Hinzu kam das dezentrale Arbeiten“, sagt die Einrichtungsleiterin.

Das Perthes-Werk betreut eine große Region – mit Sprockhövel als südwestlichen Zipfel. „Im Jahr 2011 sind daher Regionalleitungen eingesetzt worden und es gibt Kuratorien mit lokalen Politikern oder Vertretern der Kirche, um die Verwurzelung im Ort zu fördern.“

Die Entwicklung bleibt nicht stehen. Das Haus am Quell und das Matthias-Claudius-Haus müssen sich schon jetzt für die Zukunft rüsten. „Wenn es auch fast unmöglich ist, über einen größeren Zeitraum als fünf Jahre zu planen“, sagte Christoph Ruthenbeck, Einrichtungsleiter des Hauses am Quell, das es bereits seit 1952 gibt.

Änderungen im Heimgesetz

„Wir sind also älter als das Perthes-Werk.“ Doch es gab eine Menge Änderungen im Heimgesetz und jedes Mal mussten Anpassungen vorgenommen werden. Mal größere und mal kleinere. „Das ursprüngliche Haus genügte nicht und musste abgerissen werden.“ Jetzt gehe der Trend zu Einzelzimmern. Bis 2018 müsse geplant, renoviert und umgebaut werden. „Das haben wir auch bereits in Angriff genommen.“ Das Haus ist übrigens eine von wenigen zertifizierten Kneipp-Einrichtungen. Das Wasser fließt dort nur bei den Anwendungen und nicht aus der Erde. „Die Quelle, die unserem Haus seinen Namen gibt, wurde niemals gefunden und heute weiß ich nicht, wo die sein soll.“

Auch das Internet ist ein großes Thema. „Noch ist es die Ausnahme, wenn Bewohner einen Rechner haben“, sagte Andrea Flesser. Auch beim Matthias-Claudius-Haus stehe eine Kernsanierung an. „Dann werden wir auch das in Angriff nehmen und für ein schnelles Internet sorgen.“ Viel wichtiger sei ihr aber, dass die Menschen am sozialem Leben teilnehmen können. „Heime sind keine Inseln.“