Neue Technik für die Leselernhelfer

Die Mentoren sind an allen Schulen der Stadt tätig. 150 Schüler werden betreut. Neue Leselernhelfer werden dringend gesucht. Besonders männliche Helfer werden gebraucht.
Die Mentoren sind an allen Schulen der Stadt tätig. 150 Schüler werden betreut. Neue Leselernhelfer werden dringend gesucht. Besonders männliche Helfer werden gebraucht.
Foto: Christian Werth
Was wir bereits wissen
Das vorbildliche Engagement des Vereins „Mentor - Die Leselernhelfer Sprockhövel“ ist für die Stadt von unschätzbarem Wert.

Sprockhövel..  Das vorbildliche Engagement des Vereins „Mentor - Die Leselernhelfer Sprockhövel“ ist für die Stadt von unschätzbarem Wert. Doch müssen auch die Leseförderer mit der Zeit gehen und sich auf die zunehmende Medialisierung einstellen.

Das weiß auch die Stiftung der Sparkasse und unterstützt das Mentorenprogramm mit 13 Tablet-Geräten. „Wir begleiten die Mentoren nun schon seit vielen Jahren und wollen sie auch bei dem Schritt in die Technisierung unterstützen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Christoph Terkuhlen, bei der Übergabe. Sein Kollege Daniel Rasche ergänzte, dass die Leseförderung von der Digitalisierung mit aktuellem Aufschlag langfristig profitieren könne. Dr. Barbara Rupp, Vorsitzende der Leselernmentoren, bedankte sich für die Spende in Höhe von 3000 Euro und beurteilte die Einführung des Mediums als wichtige materielle Grundlage für ein Pilotprojekt. So sollen die vier Grundschulen, die Haupt- und die Gesamtschule jeweils zwei Geräte erhalten. Die übrigen Tabletts sollen der Fortbildung der Mentoren dienen. „Hinsichtlich der Computerausstattung herrscht an allen Schulen eine chronische Unterversorgung. Es ist traurig, dass es hierfür keine Transferleistungen gibt“, kritisiert Rupp und belegt diese Einschätzung mit der Information, dass die Grundschule Börgersbruch beispielsweise nur drei Computer für 430 Schüler besitze. „Unsere Wissensvermittlung stammt aus dem 19. Jahrhundert. Dabei ist es doch besonders wichtig, Kindern im Umgang mit dem Internet Hilfestellung zu geben und sich in der Fülle der Daten zurechtfinden zu lassen“, prangert die Vereinsvorsitzende an. Auch Mentor Günther Kronenbitter kennt das Problem, dass der Nachwuchs wisse, wie man am Computer spielt und ihn als Ablenkungsmaschine nutzt; nicht aber, wie man ihn zu seinem Vorteil zu Recherchezwecken nutzt. „Wir haben es hier mit einem digitalen Analphabetismus zu tun“, weiß Kronenbitter. Gerade hier würden die Tablets eine entscheidende Bedeutung bekommen und den Kindern mit Unterstützung der Mentoren aufzeigen, wie man in der Welt des Internets selbstständig und interessengeleitet recherchieren könne.

Bei der Geräteauswahl hat man sich für ein Android-System entschieden, weil dies den Umgang mit einer späteren Privatanschaffung erleichtere und zudem mehr Apps wie zum Beispiel Lernspiele möglich seien. „Bewegliche Bilder rücken zunehmend in den Fokus der Gesellschaft, nur bedarf dies einer gewissen Bedienungsanleitung“, sagt Kronenbitter.

„Tablets finden die Kinder cool und sehen die Leselernhilfe dann als Vorteil gegenüber den anderen“, kennt auch Mentorin Martina Lorenz die Anreize des Nachwuchses. Allerdings wolle man nach wie vor weitestgehend in herkömmlichen Büchern lesen und nicht etwa in E-Books, wollen die Schlüsselkompetenz-Förderer weiterhin die Tradition des konventionellen Lesens pflegen.