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Unterschlagung

Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro

10.06.2011 | 17:28 Uhr
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro

Schwelm/Sprockhövel.Mit erfundenen Arbeitslosen soll eine 53 Jahre alte Mitarbeiterin der Job-Agentur des Ennepe-Ruhr-Kreises mehr als eine halbe Million Euro ergaunert haben. Die Frau – angeblich eine Sprockhövelerin – sitzt in Untersuchungshaft.

Bei der Job-Agentur des Ennepe-Ruhr-Kreises , die die Langzeit-Arbeitslosen betreut, hat es Betrügereien in erheblichem Umfang gegeben. „Eine Sachbearbeiterin hat eine sechsstellige Summe unterschlagen“, bestätigte Polizeidirektor Klaus Noske gestern auf Anfrage der Westfälischen Rundschau. Nach anderen Informationen soll es sich sogar um eine halbe Million Euro handeln. Dabei seien noch nicht alle Unterlagen überprüft worden.

Die Unregelmäßigkeiten waren bei einer Überprüfung durch die Kreisverwaltung aufgefallen. „Es stimmte etwas mit den Budgets der Agentur nicht und deshalb haben wir genauer hingeschaut“, so Kreissprecher Ingo Niemann. Der Kreis habe dann Anzeige bei der Polizei erstattet. In der vergangenen Woche stand schließlich die Polizei vor der Tür der Zentrale der Job-Agentur in Schwelm und durchsuchte die Räumlichkeiten.

53 Jahre alte Frau aus Sprockhövel verdächtig

Bei der Verdächtigen soll es sich um eine 53 Jahre alte Frau aus Sprockhövel handeln, die auf großem Fuß gelebt haben soll. Sie sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Wie die Mitarbeiterin über Jahre eine so hohe Summe in die eigene Tasche verschwinden lassen konnte, ist noch unklar. In der Job-Agentur herrscht das Vier-Augen-Prinzip. Rechnungen und Leistungen, die ein Mitarbeiter anweist, müssen von einem Kollegen gegengezeichnet werden. „Insbesondere beim Job-Center ist dieser Prozess allerdings ein Massengeschäft, wie die Summe von 200 Millionen Euro, die Jahr für Jahr bewegt werden, unterstreicht“, sagt Arnim Brux, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises.

„Ohne zum jetzigen Zeitpunkt Details darüber zu nennen, wie die Untreue in die Tat umgesetzt wurde, steht fest, dass die Sachbearbeiterin ihr Wissen, wie Rechnungen angewiesen werden, ausgenutzt und darauf vertraut hat, dass ihre Machenschaften trotz eingebauter Kontrollmechanismen unentdeckt bleiben“, erklärt der SPD-Politiker weiter.

Geldleistungen für erfundene Arbeitslose aufs eigene Konto geschleust

Staatsanwaltschaft und Polizei wollen wegen der laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben zu dem Fall machen. Es gibt jedoch Gerüchte, dass die Sprockhövelerin einfach Arbeitslose erfunden hat. Die für diese angewiesenen Geldleistungen des Job-Centers landeten dann auf Umwegen auf ihrem eigenen Bankkonto.

Landrat Brux hat erste Konsequenzen aus dem Fall gezogen: „Auch wenn die Ermittlungen noch laufen und wir deren Ergebnisse abwarten müssen, haben wir den Fall und die bereits vorliegenden Erkenntnisse schon zum Anlass genommen, das Kontrollsystem zu überprüfen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.“ Er will darin aber kein falsches Signal sehen: „Auch wenn eine Mitarbeiterin das in sie gesetzte Vertrauen grob missbraucht hat, stehen selbstverständlich nicht alle Mitarbeiter unter Generalverdacht.“

Bisher, so Brux hätten Rechnungsprüfungsämter noch keinen Grund zu Beanstandungen bei der Job-Agentur des Ennepe-Ruhr-Kreises gefunden. Nun hat die Polizei und die Staatsanwaltschaft einen entdeckt.

Klaus Bröking.

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Kommentare
14.06.2011
22:24
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von Kritischerkritiker | #44

@ Willibaldt:
Agnostiker, wie ich, dürfen das. Sie haben darüber hinaus den Kopf frei, vom Verstand - soweit vorhanden - allein Gebrauch zu machen.

14.06.2011
20:34
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von lilaluder | #43

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14.06.2011
19:51
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von lilaluder | #42

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14.06.2011
17:24
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von lilaluder | #41

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14.06.2011
15:00
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von Willibaldt | #40

#39 von Kritischerkritiker , am 14.06.2011 um 10:10
Warum versteht das wohl keiner ? Im übrigen ist das vergnügungsweise Anschauen von Mord, Totschlag usw, sicher ein zweifelhaftes Vergnügen, auch wenn Sie glauben, im Film wären Straftäter die Guten. ...schon mal mitbekommen, wie viele Filme wahren Ereignissen nachempfunden sind ?
.
Gott sollten Sie deswegen aber nicht extra belästigen.

14.06.2011
10:10
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von Kritischerkritiker | #39

@ 38 lilaluder:
Sehr anschaulich dargestellt. Genau so ist das!

@ 37 Willibaldt:
Ich weiß nicht, wem Sie etwas erklären wollen, aber mir sicher nicht, denn Ihre Belehrungen passen so gar nicht zu meinem Text. Sei es drum, Sie haben nicht verstanden, was ich mit den Verfilmungen meinte. Es kam mir nicht darauf an, den Fernseher ausschalten zu können mein Gott, sondern darum, dass es für viele Zuschauer offenbar den guten und den bösen Dieb gibt.

14.06.2011
08:12
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von lilaluder | #38

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13.06.2011
10:04
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von Willibaldt | #37

#36 von Kritischerkritiker , am 13.06.2011 um 00:29

Diese Straftat hat weder mit Hartz 4, mit Fernsehen noch mit Politik irgend etwas zu tun. Ansonsten handelt es sich um eine Verdächtige bzw. Beschuldigte, nicht um eine Verurteilte.
Das Problem liegt ausschließlich im Vertrauensbruch gegenüber Arbeitgeber und Kollegen/innen und in missbräuchlicher Ausübung übertragener hoheitlicher Aufgaben zum eigenen Vorteil. Dabei ist das Medium zufällig Geld für SGB II-Leistungen, es wäre aber zur Zielerreichung als solcher jederzeit auch ein Betrug mit anderem Geld möglich, wenn jemand das will. Das wohl ergaunerte Geld hat also nur zufällig mit H 4 und den damit zusammenhängenden Problemen aller Beteilgten zu tun.
Und Krimis im Fernsehen MUSS man sich nicht ansehen, lieber Vorkommentator (insbesondere nicht, wenn man Angst hat, dadurch selbst kriminell zu werden).

13.06.2011
00:29
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von Kritischerkritiker | #36

Jede Woche müssen wir im Fernsehen eine neue Verfilmung eines tollen gelungenen Bankraubes schauen oder einer Abzocke von tollen Dieben. Das mögen alle gerne und klopfen innerlich den Banditen auf die Schulter.
Aber diese Coups sind selten. Genau so selten, wie der Betrug hier. Es ist einfach nicht toll, wenn einer stiehlt. Nun auf alle Bediensteten einzuschlagen, ist unfair und falsch. Einer von Tausenden macht das und schafft das. Und der wird zur Strecke gebracht.
Vielleicht ist es auch der Frust der vielen Hatzer, deren Abzocke leider nicht verfilmt wird.
Die Masse interessiert sich nun mal nicht für den kleinen Dieb. Aber den kleinen Dieb gibt es tausend mal öfter, als den großen.

12.06.2011
21:10
Mitarbeiterin der Job-Agentur in Schwelm ergaunert halbe Million Euro
von ChristianausEN | #35

Warum hacken hier denn wieder einmal alle auf den Beamten rum. Alles nur blödes geschwätz. Es gibt so viele Tausend Beamte im Land/Bund/Gemeinden da ist dann mal ein schwarzes scharf und wieder sind es alle (mag sein das es noch mehr gibt) ein geringer Prozentteil mag schlecht sein aber das ist überall so im Einzelhandel im Gewerbe überall gibt es gute und schlechte aber der großteil macht seine arbeit gut und rechtschaffend. Aber Hauptsache alle gefrusteten Leute meckern über Beamte weil sie neidisch sind es selbst nicht ins Beamtentum geschafft zu haben. Jeder hatte die Möglichtkeit Beamter zu werden. Also geht mal alle wieder schön in die Kneipe und haut eure Stammtischparolen raus. Alle Beamten in einen Topf zu werfen ist so als würde ich sagen alle Hartzis sind faul.

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