Millionen für den Kick auf Kunstrasen

Sportanlage an der Landringhauser Straße in Haßlinghausen.
Sportanlage an der Landringhauser Straße in Haßlinghausen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Für die Fußballer wurde im vergangenen Jahrzehnt eine Menge getan, keiner spielt mehr auf Asche. Die Kosten wurden zum Großteil von der Stadt getragen, die Vereine zahlten aber auch Eigenanteile.

Sprockhövel..  Sprockhövels Fußballer haben es im Vergleich zu denen in vielen anderen Städten komfortabel: Auf grauer Asche muss niemand mehr kicken, alle spielen auf Kunstrasen. Das liegt zum einen an der finanziellen Unterstützung der Stadt, zum anderen an den großen Summen, die Vereine selbst aufbringen.

Als die TSG Sprockhövel im Jahr 1994 ihren Kunstrasen bekam, da war im Umkreis Asche der Standard, Naturrasen der Luxus und das künstliche Grün noch eine große Ausnahme. Heute liegt im Baumhof der dritte Belag – und alle anderen Vereine haben nachgezogen oder wollen das tun, weil auf Asche niemand mehr spielen will.

Seit dem Jahr 2013 spielen die TSG-Kicker auf dem aktuellen Kunstrasen. Der Belag habe insgesamt rund 400 000 Euro gekostet, sagt Kassierer Jürgen Meister. Von einem noch gut zwei Jahre laufenden Darlehen über 290 000 Euro tilgt die Stadt 240 000, die TSG 50 000 sowie die Zinsen. Der Eigenanteil des Vereins beläuft sich damit auf 160 000 Euro. „110 000 Euro haben wir gesammelt“, so Meister. Der Rasen musste seit 1994 mehrfach erneuert werden.

Der Hiddinghauser FV freut sich seit dem Jahr 2004 über seinen Kunstrasen an der Albringhauser Straße. „Die Anlage ist viel schöner und sauberer geworden“, so der Vorsitzende Michael Sak. Je 200 000 Euro hätten Stadt und Verein damals aufgebracht, sagt Sak. „Wir waren Bauherr und haben den Betrag sofort bezahlt.“ Nach wie vor sei der Spielfelduntergrund in „tadellosem“ Zustand. Beim Bau habe man das damals günstigere Granulat gewählt und so zwischen 30 000 und 40 000 Euro eingespart – eine Entscheidung, die sich bewährt hat.

Das Granulat ist das einzige, an dem der SC Obersprockhövel bei seinem 2007 eingeweihten Kunstrasen am Schlagbaum etwas auszusetzen hat. Denn bei Hitze im Sommer verklumpt es und muss abgetragen werden. „Wir hatten etwas Pech“, so der Vorsitzende Detlef Westerhoff. „Als es zum ersten Mal auftrat, war die Garantie gerade abgelaufen.“ 70 000 Euro hatte der SCO über seinen Freundeskreis gesammelt, auch hier trug die Stadt über ein Darlehen den Rest der rund 380 000 Euro, der Verein zahlte die Zinsen.

Als der VfL Gennebreck im Jahr 2010 sein neues Geläuf bekam, kam der Großteil von insgesamt mehr als 500 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II, sagt Geschäftsführer Bernd Gabler. „100 000 Euro kamen von uns.“ Ein Darlehen in gleicher Höhe übernahm die Stadt, die Zinsen trug der VfL. Ein Privatmann steuerte rund 50000 Euro bei.

Etwas anders lief es beim TuS Haßlinghausen, dessen Anlage am Landringhauser Weg der einzige komplette Neubau war. Die Stadt verkaufte das Gelände des alten TuS-Platzes nahe des Rathauses. „Und das ist dann in die neue Anlage investiert worden“, sagt Lars Brögelmann, der damals an der Umsetzung des Projekts beteiligt war. Ende des Jahres 2009 übergab der damalige Bürgermeister Klaus Walterscheid dem TuS und dem TV Hasslinghausen die Schlüsselgewalt der neuen Anlage, die rund 3,4 Millionen Euro kostete. Durch den Verkauf des alten Sportplatzes nahm die Stadt 2,7 Millionen Euro ein.