Mensch im Mittelpunkt
14.04.2010 | 21:27 Uhr 2010-04-14T21:27:00+0200
Mehr als 200 Gäste kamen zur Eröffnung einer Fotoausstellung am Dienstag in das IG Metall-Bildungszentrum. Ein Beitrag zur Ruhr2010.
Die ganzjährige Ausstellung des Essener Fotografen Manfred Vollmer, der seit über 40 Jahren das Geschehen im Ruhrgebiet dokumentiert, beeindruckte die Besucher. Im Mittelpunkt Vollmers Bilder steht der Mensch. Neben den landschaftlich schönen Seiten des Reviers, geht es in der Bilderschau auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Darstellung des Alltags. Sei es an Arbeitsplätzen am Hochofen, in Fabriken oder um das Picknick auf einer Abraumhalde.
Vollmer, der als Sachse vor 45 Jahren in das Revier kam und an der Folkwangschule studierte, blieb in Essen und schlug Wurzeln. Und die reichen tief. Wie BM Dr. Klaus Walterscheid als Schirmherr der Veranstaltung in seiner Begrüßung zu berichten wusste, startete ebenfalls am Dienstag in Boston (USA) eine Wanderausstellung mit Vollmers Bildern - aber ohne Vollmer. Walterscheid schmunzelnd: „Ich finde es bemerkenswert, dass Sie in die Metropole Sprockhövel gekommen sind, um hier an einer Ausstellungseröffnung teilzunehmen, statt in den USA zu weilen.“
Neben Gewerkschaftern aus ganz NRW sowie Sprockhövelern, die selbst im Jahr der Kulturhauptstadt schon Veranstaltungen organisiert haben oder noch ausrichten werden, zum Beispiel der Heimatverein, waren auch zahlreiche Anlieger aus der Umgebung des Bildungszentrums der Einladung von Schulleiter Fritz Janitz an diesem Abend gefolgt. Unaufgeregt und in lockerer Atmosphäre drehten sich an diesem Abend viele Gespräche um den Neubau des Bildungszentrums. Dabei warb Janitz um das Verständnis der Nachbarn, die auch in den kommenden Monaten von der Bautätigkeit beeinträchtigt werden.
Warum, wieso, weshalb wird neu gebaut? Verschiedene Mitarbeiter des Bildungszentrums sorgten in kleineren Gesprächsgruppen für Aufklärung. Kamen die Gespräche bei dem Punkt „Heizkosten“ für das alte Gebäude - manche nennen es auch Glaspalast“ an - wurden die Themen gewechselt. Diese Unterhaltskosten alleine liegen bei über einer Millionen im Jahr. Wie ein Mitarbeiter anschaulich zu erklären wusste, wird jeden Monat ein Audi A 6 verbrannt“. Zum Schluss gab es noch einen weit wahrnehmbaren Paukenschlag, nämlich ein Feuerwerk.
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