Das aktuelle Wetter Sprockhoevel 12°C
Zentrale Gedenkfeier

Mahnung am Volkstrauertag

15.11.2009 | 16:54 Uhr

Neben Gedenkveranstaltungen in den Stadtteilen nahmen auch an der zentralen Veranstaltung der Stadt zum Volkstrauertag zahlreiche Einwohner auf dem Kommunalfriedhof an der Eickerstraße teil.

Die Friedhofskapelle war bis auf den letzten Platz besetzt. Menschen standen im Gang und vor dem Gebäude, wo auch die Stadt- und Feuerwehrkapelle stand. Sie gedachten gemeinsam mit Vertretern von Stadt und Kirche, sowie den Sozialverbänden der Opfer von Krieg und Gewalt.

„Herr Deine Güte reicht so weit”, sang der gemischte Chor Sprockhövel eingangs und erinnerte damit an die letzte Zuflucht und Hoffnung vieler in Not geratener Menschen. Superintendent Manfred Berger begann zitierte in seiner Ansprache den Bundespräsidenten, und stellte aktuelle Bezüge her.

„Wer hätte vor wenigen Jahren geglaubt, dass sich Helfer wegen ihres Engagemenst mal vor Gericht verteidigen müssten, wie erst kürzlich der Kapitän des Flüchtlingshilfsschiffs Cap-Anamur in Italien”, zeigte Berger Parallelen zu Situationen auf, die Menschen auf der Flucht auch hierzulande im und nach dem Krieg erlebten hatten. Er mahnte, sich der aktuell 42 Milionen Flüchlinge weltweit bewusst zu machen, die nichts mehr als Schutz vor Terror und Tod suchten.

„Das ist so, als sei halb Deutschland auf der Flucht. Wer fremd und hilflos ist, der war im Laufe der Geschichte selten irgendwo willkommen, vor 2000 Jahren nicht und heute nicht”, unterstrich Berger und forderte zu Solidarität und Sozialcourage auf. Nach der Ansprache legten unter anderem Landrat Arnim Brux, Hellmut Winter für den Sozialverband VdK sowie Walter Vielmetter und Andre Schäfer für die Stadt an der Gedenkstätte neben der Kapelle Kränze nieder. Zahlreiche Teilnehmer zündeten Kerzen an, auch an den Gedenktafeln Unbekannter. „Mein Vater ist aus der Gefangenschaft nicht zurück gekommen. Ich habe kein Grab, an dem ich trauern kann. Vielleicht denken und handeln die Menschen in Russland genauso”, hoffte Ernst Kuzorra (79), mit Tränen in den Augen. Die Feuerwehrkapelle stimmte das Lied „Ich hatte einen Kameraden” an. Anwesenden, die eigene Kriegserfahrungen hatten, gingen die Klänge durch Mark und Bein, doch auch jüngere Teilnehmer wirkten noch sichtlich betroffen und nachdenklich, ob der Ansprache des Superintendenten.

Andreas Smolka

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2082637/create

Aktuelle Fotos und Videos
Millionenschaden
Bildgalerie
Großbrand
Familienfest
Bildgalerie
Himmelfahrt
Haßlinghause macht mobil
Bildgalerie
Feste
Ein Traditionsbetrieb
Bildgalerie
Handwerk
Aus dem Ressort
Sportliche Früherziehung
TuS Hiddinghausen
Das Turnabzeichen des DTB haben die 20 Mädchen und Jungen der Donnerstags-Gruppe des TuS Hiddinghausen innerhalb von drei Übungsstunden abgelegt. Übungsleiterin Sarah Schröder und Helferin Desiree Haarmann überreichten Urkunden und Abzeichen.
Weniger Arbeitslose im Mai
Frühjahrsbelebung
Im EN-Kreis verringerte sich im Mai die Zahl der Arbeitslosen um 144 auf 11 131. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent zurück. Die Entwicklungen in Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung waren von der Tendenz her einheitlich.