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Sprockhövel

Leselernhelfer dringend gesucht

09.02.2009 | 18:05 Uhr

Auch die Ganztagsgrundschule Haßlinghausen rudert jetzt im Boot der Leselernhilfe mit.Schulleitung sucht noch ehrenamtliche Mentoren für den Nachwuchs

"Lesen ist der Schlüssel für die Aneignung von Wissen", bekräftigt Dr. Barbara Rupp. Sie muss es wissen. Schließlich hat die Sprockhövelerin Jahrzehnte lang junge Menschen unterrichtet.

Seit die pensionierte Gymnasiallehrerin letzten Sommer das bundesweit anerkannte Förderprogramm Projekt Leselernhelfer an drei Schulen in Sprockhövel initiierte, haben zahlreiche Kinder den Zugang zu Buch und Zeitung entdeckt, aber auch überhaupt erst lesen gelernt.

"Für die Kinder ist die Teilnahme übrigens kostenlos", betont Rupp. "Bei einem Schulleitertreffen habe ich davon erfahren und war sofort Feuer und Flamme. Kurz im Kollegium nachgefragt, und die Entscheidung war gefallen. Wir sind dabei", sagt die Rektorin der Haßlinghauser Grundschule, Christa Mitze (47). Mit Ilona Rennemann hat sie eine Kollegin gefunden, die das Projekt hausintern koordiniert. "Freude am Lesen ist wichtig. Die Kinder lernen mit einem persönlichen Mentor intensiver über die Beziehung als es im Unterricht möglich ist. Das ist gut für die Motivation", so Rennemann. Wie Recht sie hat. "An den Schulen ist die Nachfrage immer noch immens, trotz mehr als 30 ehrenamtlicher Mentoren", weiß Rupp. Die Mentor-Leselernhelfer-Initiative spricht Menschen an, die Spaß am Lesen und der Arbeit mit Kindern haben. Das ehrenamtliche Engagement der Helfer begünstigt in vielen Fällen die Freiwilligkeit und das Vertrauensverhältnis zum Kind. Vor allem die Grund- und Hauptschüler sind es, denen das Projekt helfen will. Kinder in Deutschland - und da ist Haßlinghausen, trotz guter Einzelleistungen keine Ausnahme - wissen weniger als die Schüler aller vergleichbaren Industriestaaten. "Das darf nicht so bleiben", findet die Rektorin. Das Konzept ist einfach: Ein Erwachsener, ein Kind, eine Stunde in der Woche, für ein halbes oder ganzes Jahr. Vorlesen, gemeinsames Lesen und das Gespräch über das Gelesene fördern die Sprachentwicklung. Wie lange eine Förderung notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab. Oft kann man nach den ersten Monaten Erfolge feststellen. Barbara Rupp: "Wir sind keine Konkurrenz zur Nachhilfe, doch trete ich mit dem Versprechen an, dass jedes von uns begleitete Kind am Ende besser lesen kann und auch versteht was es liest."

Nun werden noch Mitstreiter gesucht. Weitergehende Informationen und Anmeldebögen gibt es an der Schule, im Buchladen von Thomas Balthasar an der Mittelstraße (Tel: 02339 819370) und bei Barbara Rupp (Tel: 02324 971808).

In Frage kommende Kinder werden von der Schule vorgeschlagen. "So hoffen wir beteiligten Schulen auch, dass bald genügend Mentoren bereit stehen werden", so Rektorin Mitze. "Denn das Angebot soll auch für andere Schulen - wie etwa Hobeuken - offen sein. Den ersten Leselernhelfer aus Haßlinghausen haben wir bereits", verriet Barbara Rupp.

Von Andreas Smolka

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