Landwirte ziehen durchwachsene Bilanz

Dirk Kalthaus, Vorsitzender der Landwirte im Kreis, sah ein teils zufriedenstellendes, teils enttäuschendes Jahr 2014 für sich und seine Kollegen.
Dirk Kalthaus, Vorsitzender der Landwirte im Kreis, sah ein teils zufriedenstellendes, teils enttäuschendes Jahr 2014 für sich und seine Kollegen.
Foto: WP

Sprockhövel..  Die Bilanz der Landwirte zum Jahr 2014 fällt durchwachsen aus.

„Pflanzenbaulich eine Herausforderung, preislich eine Talfahrt und politisch kaum kalkulierbar“, so skizziert Dirk Kalthaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen die vergangenen zwölf Monate aus Sicht der heimischen Bauern.

Zu den klimatischen Bedingungen hält Kalthaus fest: „Das Jahr 2014 zeigt uns wieder einmal, wie abhängig wir Bauern vom Wetter sind.“ Sehr häufig und lokal völlig unterschiedlich habe die Wetterlage sich geändert. Die Folge: Gerste und Raps hätten bei guten Erntebedingungen zufriedenstellende Qualität und Erträge erbracht, und auch die Weizenernte sei noch bei Sonnenschein gestartet. Die dann immer wiederkehrenden und teils heftigen Niederschläge hätten dann jedoch dafür gesorgt, dass das Getreide nicht zum optimalen Zeitpunkt und nur mit höheren Feuchtegehalten habe gedroschen werden können. „In manchen Gebieten zog sich die Ernte bis in den September hin“, so der Landwirt. Deswegen seien die Ergebnisse sehr unterschiedlich gewesen. Während auch die Grünlandernte unter dem Wetter zu leiden gehabt habe, sei man mit den Erträgen von Mais und Kartoffeln allerdings zufrieden.

„Die Preise für unsere Erzeugnisse sind in fast allen Bereichen deutlich gefallen“, bilanziert Kalthaus weiter. Ein Problem seien dabei die weltweit überdurchschnittlichen Erntemengen gewesen, der Exportstopp nach Russland habe dann „das Fass zum Überlaufen“ gebracht. „Zusätzliche Agrarprodukte strömten auf den deutschen Markt und ließen die ohnehin sinkenden Preise einbrechen.“

Besonders hart treffe die Region die Milchpreissenkung. Erst recht, da am 31. März 2015 die Quotenregelung endet. „Nun gilt es, dass nicht jede globale Preissenkung auf den deutschen Markt übertragen wird“, so Dirk Kalthaus. Hohe Standards müssten auch ihren Preis haben.

Sorgen bereiten Kalthaus auch die politischen Herausforderungen. Im Zuge der Agrarreform fürchte er praxisferne Lösungsansätze der Politik. „Landwirtschaft muss auch weiterhin wirtschaftlich sein, um überleben zu können.“