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Gemeinschaftsschule

Konzept Gemeinschaftsschule überzeugt Sprockhöveler Eltern

14.02.2011 | 17:27 Uhr
Konzept Gemeinschaftsschule überzeugt Sprockhöveler Eltern
In Niedersprockhövel war am 14. Februar Anmeldetag für die Gemeinschaftsschule. Anja Thaller (l.) meldet ihren Sohn Moritz bei Schulleiterin Christiane Albrecht an. Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Sprockhövel.Positive Reaktionen auf das Konzept Gemeinschaftschule: Es gab bereits 29 Anmeldungen. Die kleineren Klassen und das Konzept des längeren gemeinsamen Lernen überzeugten die Eltern.

Wenn man von einer Sache überzeugt ist, dann muss man nicht mutig sein, um es zu tun“, sagt Anja Thaller, als sie ihren Sohn Moritz zur neuen Gemeinschaftsschule in Niedersprockhövel anmeldet.

Nach den ersten beiden Anmeldestunden konnte Schulleiterin Christiane Albrecht am Montag schon 25 neue Schüler eintragen. Bis 15 Uhr waren es 29. Noch bis Mittwoch können Eltern ihre Kinder für die neue Schulform anmelden, die Plätze sind aber begrenzt: maximal 75 Schüler.

Bessere und Schlechtere sollen einander helfen

Für Axel Grochowski war gerade das ein Grund für die Wahl der Gemeinschaftsschule: „Durch die kleinen Klassen mit 23 bis 25 Schülern geht keiner in der Masse unter. So kann man viel besser auf den Einzelnen eingehen“. Außerdem ist er überzeugt vom Konzept des längeren gemeinsamen Lernens: „So können sich Bessere und Schlechtere viel besser gegenseitig unter die Arme greifen -- im jetzigen System ist das in der Form gar nicht möglich.“ Sein Sohn wird ab dem Sommer die neue Gemeinschaftsschule besuchen, weil sich die Eltern trotz einer Empfehlung gegen Real- und Gesamtschule gezielt für die versprochene individuelle Förderung ausgesprochen haben.

Erster Tag
Anmeldungen bis einschließlich Mittwoch

Die Anmeldung läuft noch heute von 8 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 19 Uhr, sowie am Mittwoch von 8 bis 15 Uhr. Landesweit wird es ab dem Sommer 16 Gemeinschaftsschulen geben. Gemeinsam lernen die Schüler bis zum Ende der sechsten Klasse, danach gibt es die Zweige Haupt- und Realschule und den gymnasialen Zweig. Motto der Schulform: „Schwächere fördern und Stärkere fordern“.

Dabei war es vor allem der hohe Praxisanteil an der Unterrichtsgestaltung, der auch Anja Thaller von der neuen Schulform überzeugt hat. „Hier können die Kinder in Physik viel experimentieren, auch Sport-AGs werden angeboten.“ Als seine Mutter das erzählt, lächelt Moritz -- seine Lieblingsfächer sind Physik und Sport. „Ich freue mich auf die neue Schule. Mir macht es viel Spaß zu lernen“, sagt er dann. Der Lernstoff sei an der Gemeinschaftsschule extra etwas höher angelegt, so dass jeder nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden kann, sagt seine Mutter Anja Thaller darauf. „Wenn man länger zusammen lernt, kann man sich besser entwickeln. Außerdem werden Freundschaften enger, wenn man weiterhin dieselbe Schule besucht“, findet Anja Thaller.

Viele der Neuanmeldungen sind Schüler mit Haupt- und Realschulempfehlung. Nur einer hat eine Empfehlung für das Gymnasium. Skepsis, ob der gymnasiale Zweig wirklich mit dem Gymnasium oder der Gesamtschule vergleichbar ist, gibt es anscheinend noch. Es ist eben alles neu. Andersherum sehen viele das durchlässige System als eine Chance für Spätzünder, die vielleicht nach der vierten Klasse noch keine Empfehlung für ein Gymnasium bekommen haben. „Hier sitzen alle Lehrer in einem Zimmer, die Wege sind kurz, da ist es kein Problem, einen guten Schüler vom Real- Hauptschulzweig in den gymnasialen Zweig zu schicken. Er geht dann eben in den Klassenraum nebenan“, sagt Schulleiterin Christine Albrecht.

Stefanie Vollmann

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