Köster hat kein Verständnis für Pegida-Anhänger

Dietmar Köster.
Dietmar Köster.
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Rechtssprecher der SPD im EU-Parlament

Der SPD-Europaabgeordnete Dietmar Köster, Rechtssprecher der SPD im EU-Parlament, spricht sich entschieden gegen die Pegida-Demonstrationen und die Äußerungen, man müsse die Sorgen und Ängste von Pegida-Anhängern ernst nehmen, aus. „Warum sollten wir gegenüber Menschen Verständnis zeigen, die sich nicht schämen, gegen Flüchtlinge zu demonstrieren? Warum sollen wir Verständnis gegenüber Menschen aufbringen, die den Rechtsgrundsatz auf Asyl verhöhnen?“, fragt Köster.

Damit verurteilt der Europa-Abgeordnete die jüngsten Pegida-Demonstrationen scharf. Für ihn stehe nun eine längst überfällige Gesellschaftsanalyse im Vordergrund: „Rechtspopulistische Bündnisse wie Pegida oder Parteien wie die AfD, Pro NRW oder auch Die Rechte haben auch deswegen Zulauf, weil die neoliberale Politik den Zusammenhalt zwischen Sozialstaat und Demokratie zunehmend ausgehöhlt hat. Das ist ein wesentlicher Grund für zunehmende Ängste vor sozialem Abstieg. Und diese Ängste werden fälschlicherweise gegen das vermeintlich Fremde gerichtet.“ Diese Bündnisse seien längst nicht mehr nur rechte Randgruppen, sondern entsprängen der Mitte der Gesellschaft.

Veranstaltungen wie das Weihnachtssingen der Pegida in Dresden sind für ihn jedenfalls ein Gräuel. „Was hat christliche Nächstenliebe mit Demonstrationen gegen die Ärmsten der Welt zu tun? Oft sind es Minderjährige – unter ihnen Kinder, die ihre Eltern im Bürgerkrieg verloren haben und die hier um Schutz bitten – gegen welche die Rechten demonstrieren“, hob Dietmar Köster hervor.

„Ich bin froh, dass es auch eine andere Seite in der deutschen Bevölkerung gibt: Jene, die in Dresden und anderswo gegen die Rechten auf die Straße gehen und jene, die große Hilfsbereitschaft etwa im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge zu Weihnachten zeigen. Diese Menschen sind die Hoffnung für ein friedliches und solidarisches Europa.“