Knuddelfaktor oder Vererbungslehre
18.10.2009 | 15:02 Uhr 2009-10-18T15:02:00+0200Ausstellung beim Rassekaninchenzuchtverein W 541 Stüter: Züchter und Jury achten auf perfekte Ohrlänge und Fellzeichnung.
Für die einen sind es Tiere mit Knuddelfaktor, für andere die hohe Kunst der Vererbungslehre. Der Rassekaninchenzuchtverein W 541 Stüter hatte zur Lokalausstellung in die Bürgerbegegnungsstätte am Gedulderweg geladen. Viele Käfige reihten und stapelten sich neben- oder übereinander. Darin Kaninchen unterschiedlicher Größe, Form und Farbe.
Den Züchtern ging es nicht darum, niedliche Haustiere auszustellen, sondern eher um Perfektion. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Heinz-Werner Schöneberg, schnappte sich ein weißes Kaninchen zur Veranschaulichung. Der Rammler ließ das Prozedere widerwillig über sich ergehen. „Hier haben wir beispielsweise einen Wammenansatz.” Der Zuchtprofi zeigte auf ein Büschel Fell am Maul des Kaninchens. „Dafür gibt es natürlich Punktabzug.” Durch eine geschickte Kreuzung der Tiere versuchen Züchter, solche Fehlbildungen zu vermeiden. „Dazu führe ich ein Zuchtbuch, in dem ich alles haargenau festhalte”, erklärte er. Besonderen Wert lege er auf das Gewicht und die Pflege der Tiere. „Denn das sind zwei Bewertungskategorien, auf die der Züchter direkt Einfluss hat.” Ein glückliches Händchen bewiesen Ursel und Günter Kreftig bei der Kreuzung ihrer Tiere, die mit ihren blauen Wienern die Vereinsmeisterschaft erhielten.
Der Vereins-Nachwuchs begeistert sich immer mehr für das Hobby. „Wir haben mittlerweile 13 junge Leute, die züchten”, sagte Schöneberg. „Wir bieten Schulungen für die Jugendlichen an.” Er fügt lächelnd hinzu: „Denn was wir abends bei unserem Stammtisch besprechen, finden die meistens langweilig.”
0mitdiskutieren