Keine Leader-Förderung von der EU

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Was wir bereits wissen
Sprockhövel und der EN-Südkreis wurden nicht berücksichtigt. Jetzt wird nach Alternativen gesucht, um die Projekte doch noch umzusetzen.

Sprockhövel..  Die Leader-Region ist höchstwahrscheinlich gescheitert. Das NRW-Umweltministerium hat bekannt gegeben, dass Sprockhövel und der EN-Südkreis leer ausgehen – doch eine kleine Chance bleibt noch.

In einer ersten Stellungnahme der Stadt heißt es: „Nach jüngsten Aussagen des Ministeriums ist die Einstufung der Ennepe-Ruhr-Region trotzdem förderungswürdig.“ Es bleibe abzuwarten, ob noch Gelder fließen oder nachträglich eine Einstufung zur Leaderregion folgt.

Zur Erinnerung: Leader ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raums. Für die Städte war die Teilnahme ein Glücksspiel. Es bewarben sich 43 Regionen auf 28 Förderposten – für die Ausarbeitung der Bewerbung entstanden der Stadt Sprockhövel Kosten in Höhe von 9000 Euro.

Kontakt zur Bezirksregierung

„Der Einsatz musste aufgebracht werden“, sagt Bürgermeister Ulli Winkelmann. Ein paar tausend Euro standen gegen Fördergelder in Millionenhöhe, bei kalkulierbarem Risiko. Die 75 Millionen Euro Förderung teilen sich nun andere.

„Doch das, was wir jetzt haben, kann uns keiner nehmen“, sagt Winkelmann und will weiter machen. Er habe bereits Kontakt zur Bezirksregierung in Arnsberg aufgenommen, um Fördergelder aus anderen Quellen zu akquirieren, da die Region gute Projekte in Angriff genommen habe „Ich möchte auch alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch holen.“ Besonders lobe er aber das ehrenamtliche Engagement der Bürger. In die gleiche Kerbe schlägt die CDU-Fraktion.

„Wir werden prüfen, ob einzelne Projekte auch ohne die Fördergelder umgesetzt werden können“, so der Fraktionsvorsitzender Torsten Schulte in einer Pressemitteilung. Auch an der Alten Bahntrasse soll es weiter gehen. Sie war stets ein Aushängeschild für Projekt.

Dass Leader scheiterte, stört Karin Hockamp von der Lokale Agenda und Beate Prochnow vom Stadtmarketing wenig. Sie haben sogar damit gerechnet. Hockamp wolle nicht so weit gehen und sagen, dass sie enttäuscht sei. „Mir fehlte bei dem Gesamtkonzept aber ein roter Faden.“

Und so hatte die Gruppe „Neue Ideen für die Alte Trasse“, für die sich beide stark machen, von Anfang an einen Plan B bereit liegen. Und Prochnow fasst damit bereits den nächsten Fördertopf ins Auge: Die NRW-Bank rief jüngst zum Projekt „Erlebnis NRW“ auf – das Projekt soll die Tourismus­wirtschaft fördern. Auch die ­Unterstützung der örtlichen Wirtschaft oder Gastronomie sei möglich.