Kein Rassekaninchen ist perfekt

Das beste Tier bei den Senioren präsentiert Züchter Mark Lorenz.
Das beste Tier bei den Senioren präsentiert Züchter Mark Lorenz.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
97,5 Punkte für einen rotbraunen Hasen sind bei der Kreisrammlerschau das Maß aller Dinge.

Sprockhövel..  Süß und flauschig reicht nicht aus. Bei der Kreisrammlerschau des Rassekaninchenzuchtvereins 541 Stüter legte die Jury Wert auf Gewicht, Körperform und Fell. Und das mit dem strengen Blick des Kritikers. Hat ein Tier zu viel auf den Hüften, kann das zum Ausschluss aus der Bewertung führen. „Hat das Tier zu wenig Gewicht, gibt es Punktabzug“, sagt Jürgen Vogelbruch, 1. Vorsitzender des Vereins.

Die Züchter, die ihre Tiere in der Begegnungsstätte am Gedulderweg ausstellten – am Samstag und Sonntag waren dort 120 Tiere zu sehen – beherrschten ihr Handwerk. Mark Lorenz erreichte mit seinem rotbraunen Hasen 97,5 Punkte – das beste Tier der Schau. Die Messlatte reicht hoch bis 100 Punkte. Doch ganz perfekt – das gibt es eben nicht.

Dass er mit der Zucht von Kaninchen angefangen habe, sei noch gar nicht so lange her, sagte Mark Lorenz. Seine Kinder hat er gleich mit seiner Begeisterung angesteckt. Lasse (10) und Henny (6) gehören zur Jugendgruppe des Vereins. Und stehen ihrem Vater in nichts nach. Ihr Farbenzwerg „Kurzohr“ war mit 97 Punkten das beste Tier der Jugend. Dem Kaninchen diesen Namen zu geben, war für die beiden naheliegend. „Bei der Geburt war einer mit riesigen Ohren und einer mit kurzen Ohren dabei“, sagte Lasse. Also: Langohr und Kurzohr. Um ihren Preisträger haben sie sich alleine gekümmert. „Papa gibt nur Tipps.“

Ein paar Tipps reichen Susanne Elbracht lange nicht mehr aus. Einmal ließ sie ihren Mann das Parkett in einem Schloss abfotografieren, um das Foto als Vorlage für einen Teppich zu verwenden – aus Kaninchenfell. Es sei wie Puzzle-Spielen, so etwas anzufertigen. Ebenfalls aus Kaninchenfell fertigte Ursel Krefting eine ganze Bärenhochzeit. „Das war eine richtige Knibbelarbeit“, sagte sie. Auch 22 solche Exponate beurteilte eine Jury nach Thema, Verarbeitung, Arbeitsaufwand, Beschaffenheit und Kreativität.