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„Kanal-TÜV ist Geldschneiderei“

15.12.2011 | 18:40 Uhr
„Kanal-TÜV ist Geldschneiderei“
Einige Sprockhöveler im Bereich Wuppertaler Straße und im Wasserschutzgebiet zur Ruhr haben die Untersuchungen von Fachfirmen schon durchführen lassen.

Sprockhövel.   Der „vermutlich vorläufige Rückzug“ von NRW-Umweltminister Remmel beim Kanal-TÜV wurde in Sprockhövel mit Befriedigung mit Schadenfreude aufgenommen. „Das mit der Dichtheitsprüfung war doch reine Geldschneiderei. Die Politiker erfinden immer neue Gebühren und Vorschriften, um uns Bürger zu schröpfen“, sagte Horst-Dieter Zimmermann, Vorsitzender des Haus- und Grundstückeigentümer Vereins Haßlinghausen.

Der „vermutlich vorläufige Rückzug“ von NRW-Umweltminister Remmel beim Kanal-TÜV wurde in Sprockhövel mit Befriedigung mit Schadenfreude aufgenommen. „Das mit der Dichtheitsprüfung war doch reine Geldschneiderei. Die Politiker erfinden immer neue Gebühren und Vorschriften, um uns Bürger zu schröpfen“, sagte Horst-Dieter Zimmermann, Vorsitzender des Haus- und Grundstückeigentümer Vereins Haßlinghausen.

Der Verein zählt mehr als 500 Mitglieder. Zu bedauern sei, dass schon einige Vereinsmitglieder die Untersuchung hätten machen lassen, ärgert sich Zimmermann. Wegen einer Verstopfung seines Kanals, habe er im Zuge der Arbeiten auch den Kanal-TÜV gleich mitmachen lassen.

Bei dem Thema „Dichtheitsprüfung“ läuft auch Sprockhövels Beigeordnetem und Baudezernenten Bernd Woldt ganz offensichtlich eine laus über die Leber. „Die Regelung besteht seit dem Jahr 1995. Da wir als Kommune ja zur Durchsetzung dieser Prüfung verpflichtet sind, haben wir schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit der Aufklärungsarbeit in der Bürgerschaft begonnen. Wir haben Bürgerinformationsveranstaltungen durchgeführt, einen Flyer zu dem Thema veröffentlicht und eine Satzungsänderung erarbeitet. Das steckt verflixt viel Arbeit drin“, erklärt Woldt.

Wie stehe die Stadt nun vor den Einwohnern da. Die Verwaltung sei schließlich der erste Ansprechpartner in dieser Sache. Viele Einwohner, insbesondere auch ältere Personen, seien zu persönlichen Beratungsgesprächen beim Tiefbauamt erschienen, hätten sich aufklären lassen und seien vor so genannten Kanal-Haien gewarnt worden. Woldt: „Das Land macht die Vorgaben und wir müssen die Sache durchziehen.“

Den Landesregierungen sei doch seit Jahren klar gewesen, dass sich in der Bevölkerung erheblicher Widerstand gegen die Überprüfung der Privatanschlüsse formiere. Die Anzahl der Bürgerinitiativen in den verschiedensten Landesteilen habe da doch zusätzlich einen deutlichen Fingerzeig gegeben, meint der Beigeordnete. Für Ende Januar habe das Umweltministerium ja nun erneut eine Regelung angekündigt. Da könne man ja auf den Inhalt schon gespannt sein. Woldt wird noch deutlicher: „Ich halte diese ganze Regelung für diffus. Den Kanal-TÜV gibt es außer in dem bevölkerungsreichsten Bundesland NRW noch in zwei anderen Bundesländern. Nur eine bundesweite Regelung halte ich für durchsetzbar.“

Kurt Bein

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