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In die Welt ohne TV eintauchen

23.09.2011 | 17:51 Uhr
In die Welt ohne TV eintauchen
Der prominente Medicus Dr. Grönemeyer hatte beim Vorlesen in der Schule Börgersbruch seinen Spaß.

Das Forum der Grundschule Börgersbruch füllt sich langsam. Die, die das Lesen noch lernen wollen, nehmen neben denen Platz, die schon längst eine Lesebrille brauchen. Kein Stuhl bleibt frei.

Gespannt warteten alle auf den Auftritt von Professor Dietrich Grönemeyer, neuer Schirmherr von Sprockhövels Lesehelfern und Mentoren, der hier heute aus seinem Buch „Der kleine Medicus“ vorliest. Und gleich zu Beginn macht Grönemeyer klar: „Ich bin ein Buchfan.“

Als Junge habe er Nächte mit der Taschenlampe unter der Bettdecke verbracht, nur um noch eben schnell ein Kapitel auszulesen. „Dadurch habe ich nicht nur selbst das Schreiben gelernt, sondern auch, meine Fantasie spielen zu lassen und in eine Welt einzutauchen, die nicht durch das Fernsehen vorgegeben ist.“ Die weiteren Vorzüge eines Buches stellen die Schüler der 3a in einem Sketch vor. Denn Bücher müssen schließlich nicht aufgeladen werden, sie brauchen keine Batterien und sind leicht zu tragen. In einem Halbkreis stehen sie da und zählen noch etliche weitere Vorteile auf, sagen nach und nach, jeder Schüler einzeln, ihre Sätze auf. Und Lesen macht nicht nur Spaß, es bildet auch. Denn „Der kleine Medicus“ ist nicht nur ein Science-Fiction Roman, ein Krimi und eine Familiengeschichte. Nein, das Buch ist ein kleines medizinisches Nachschlagewerk. Fast nebenbei erfahren die Leser etwas über Anatomie und Biochemie, selbst über Kräuter und die alte Hausapotheke.

Zur Geschichte: Durch einen unglücklichen Zufall schrumpft Nanolino ins Nano-Format und gerät mit Hilfe eines Miniatur-U-Boots in den menschlichen Organismus. Im großen Finale muss er sich sogar gegen Roboter behaupten, die im Inneren von Nanolinos Opa ihr Unwesen treiben. Grönemeyer liest diese Stelle besonders leidenschaftlich vor. Mit einer Hand deutet er das U-Boot an, das halsbrecherische Manöver im Körper des Opas vollführt. Er rappelt am Tisch, liest schneller und hektischer. Doch wie es ausgeht, verrät er seinen Zuhörern nicht. An der spannendsten Stelle hört er auf zu lesen.

„Denn an dieser Stelle lest ihr am besten selbst weiter.“ Zwischendurch spricht der Mediziner die Kinder immer wieder direkt hat, unterhält sich sogar mit einigen. In „Der kleine Medicus“ möchte Nanolino später mal Arzt werden. Der Professor erzählt, wann er für sich selbst diese Entscheidung getroffen hat - eine schmerzhafte Mandel-OP war der Grund - und fragt die Kinder im Publikum, was sie denn werden möchten. Er erklärt etwas über das Auge, warum jeder zwei Augen braucht, um seine Umgebung dreidimensional wahrzunehmen, lässt das sogar testen, indem er jeden auffordert, mal ein Auge zuzuhalten. Schulleiterin Christa Heinbruch ist ganz begeistert von Grönemeyers Art. „Solche Lehrer bräuchten wir an den Grundschulen!“ Und auch bei den Kinder kommt es sehr gut an. Die zehnjährige Anna Lena - zu Hause hat sie gerade Pippi Langstrumpf auf dem Nachttisch liegen - würde „Der kleine Medicus“ selbst gerne mal lesen. Marvin (11) kennt das Buch sogar schon. Anders als Barleen (11), die gerade eine Pferdegeschichte nach der anderen verschlingt, liest er gerade echte Männergeschichten. „Ich lese gerade Abenteuergeschichten vom jungen James Bond.“

Bastian Haumann

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2011-09-23 17:51
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