Grundschüler lieben Bewegung

Die eifrigen Mädchen und Jungen konnten vom Laufen gar nicht mehr lassen. Zudem winkten Belohnungen.
Die eifrigen Mädchen und Jungen konnten vom Laufen gar nicht mehr lassen. Zudem winkten Belohnungen.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vonwegen lauffaule Kinder: Zweitklässler der Grundschule Haßlinghausen trainieren eifrig für das Finale der Speed-4-Meisterschaft in Ennepetal

Sprockhövel..  Marcel sprintet los, entlang an einigen Pylonen, dreht scharf und fädelt sich im Slalom zurück. Seine Leistung wird prompt auf einem kleinen Zettel ausgedruckt: 6,17 Sekunden.

„Ja, Ich bin eigentlich schon recht zufrieden, aber diese Zeit unterbiete ich noch“, sagt Marcel zuversichtlich. Er ist Schüler der zweiten Klasse an der Grundschule Haßlinghausen, und nimmt mit seinen Klassenkameraden an der Speed4-Meisterschaft teil.

Das Speed4-Team ist zurzeit im südlichen EN-Kreis zu Gast. Was hinter dem Projekt steckt? Bei Speed4 handelt es sich um ein Bewegungsprojekt, erdacht von Wolfgang Alexander Paes, einem früheren Tennis-Bundesligaspieler.

Er stellte später als Trainer fest, dass sich die motorischen und koordinativen Fähigkeiten bei Kindern Jahr für Jahr verschlechterten. Er rief daher einen Lauf- und Sprintparcours ins Leben, ein einfaches Laufspiel mit integriertem Lichtschrankensystem und einer einfachen Computermessung.

Bei den Kindern macht sich Wettbewerbsstimmung bemerkbar. Wie Marcel bekommt jeder Schüler nach jedem Lauf einen Wertungszettel in die Hand. Die Mädchen und Jungen stecken immer wieder ihre Köpfe zusammen und vergleichen ihre Zahlen. Die Wertungszettel, so genannte ZuBz (Zeit- und Belohnungszettel) haben einen schönen Nebeneffekt: Auf jedem der Zettel ist Hase Speedy abgedruckt. Auf den Bildern übt das Maskottchen von Speed4 eine jeweils andere Sportart aus – mal fährt er Rad, mal spielt er Handball oder läuft wie die Schulkinder durch einen kleinen Parcours.

Michael Hirschel von Speed4, der die Kinder der Grundschule an diesem Vormittag betreut, anfeuert, sich mit ihnen warm macht, erklärt, was dahinter steckt: „Es ist wie beim Memory“, sagt er zu den Schülern. „Hab ihr zwei gleiche Motive, könnt ihr sie gegen kleine Belohnungen bei unseren Förderpartnern eintauschen.“

Wenn sie einmal angefangen haben, bekommen die Schüler gar nicht genug von dem Laufspiel. Nach jedem Durchgang stellen sie sich sofort wieder in der wartenden Schlange an. Und dann ist der Ablauf immer gleich: Sie stecken die Köpfe und Zettel zusammen, vergleichen die Ergebnisse und nehmen sich fest vor, die Zeit beim nächsten Lauf noch zu zu unterbieten. Denn wer weiß: Wenn sie gut genug sind, erlaufen sie sich vielleicht den Speedy-Wecker-Pokal, ein Wecker in Form einer der Pylonen, mit dem auch der Parcours abgesteckt ist. Und auf dieser Pylone thront Hase Speedy. „Der Wecker spielt auch eine ganz besondere Melodie“, sagt Michael Hirschel und summt vor: „Atemlos“ von Helene Fischer.