Grüne fordern Saisontonne für Biomüll in Sprockhövel

Für Gartenabfälle reicht die Bio-Tonne oft nicht aus. Deshalb beantragt die Fraktion der Grünen die Einführung einer Saisontonne – speziell für die Gartenzeit zwischen April und November.
Für Gartenabfälle reicht die Bio-Tonne oft nicht aus. Deshalb beantragt die Fraktion der Grünen die Einführung einer Saisontonne – speziell für die Gartenzeit zwischen April und November.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Grünen stellten einen Antrag für eine neue Mülltonne speziell für Gartenabfälle, die nur während der warmen Monate geleert werden soll.

Sprockhövel..  Graue Tonne, braune Tonne, blaue Tonne und: Saisonbehälter für Gartenabfälle. Das bestehende Angebot zur Müllentsorgung soll auf Wunsch der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen um eine Tonne ergänzt werden, die nur zur Gartensaison – also zwischen April und November – geleert wird. Es soll sie in zwei Größen geben, mit einem Fassungsvermögen von 120 und von 240 Litern.

Den entsprechenden Antrag hatten die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung bereits im Dezember 2014 diskutiert. In der Sitzung ging es unter anderem um die Vergabe der abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen. „Bei der Ausschreibung waren optional auch die Kosten eines solchen Saisonbehälters erfragt worden“, schreiben die Grünen in einer Pressemeldung. Ende Mai kam das Thema noch einmal auf den Tisch – ohne endgültigen Beschluss. Der Ausschuss vertagte seine Entscheidung auf seine nächste Sitzung im September. Und da die Stadt noch immer mitten im Vergabeverfahren steckt, gibt es auch keine konkrete Äußerungen zu den Kosten. Denn die Einzelheiten werden im Vergabeverfahren stets hinter verschlossener Tür im nicht öffentlichen Teil einer Sitzung geklärt.

Die Grünen versprechen sich jedoch viel von einer solchen Saisontonne: mehr Service, leichte und vor allem sachgerechte Entsorgung der Gartenabfälle, ökologische Vorteile bei – so schätzen sie -- geringen Mehrkosten für die Bürger. „Die Tonne soll nur während der Gartensaison vom Entsorgungsunternehmen geleert werden. Den Rest des Jahres würde sie auf dem Grundstück verbleiben.“ Wer den Behälter nutzt, müsse nicht mehr den Weg zur Umladestation auf sich nehmen, und dass Gartenabfälle am Waldrand landen, werde sich reduzieren. Sprockhövel soll außerdem ein paar Plätze gut machen. Denn: „Trotz der im vergangenen Jahr unternommenen Anstrengungen zur Steigerung des Bioabfall-Aufkommens liegt die Stadt noch immer im unteren Drittel der Gemeinden im Ennepe-Ruhr-Kreis und in deutlichem Abstand zu den ebenfalls ländlich geprägten Städten Breckerfeld und Ennepetal“, schreiben die Grünen. Es bestehe also weiter Handlungsbedarf.

Auf den Weg gemacht hat sich Sprockhövel schon. „Wir haben das Biomüll-Aufkommen bereits erhöht“, sagt Sachgebietsleiterin Susanne Görner. Hinzu komme, dass viele Sprockhöveler selbst kompostieren und auf eine Biomülltonne verzichten. „Wer jedoch eine Biotonne nutzt, hat bereits die Möglichkeit, diese beispielsweise während der Sommermonaten in einer größere Tonne umtauschen zu lassen.“ Das gehe allerdings mit höheren Gebühren einher.