Für die Sprockhöveler Musikschulen – und dagegen

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Was wir bereits wissen
Diskussion nach Grundsteuer-Erhöhung über freiwillige Leistungen der Stadt. Große Angebote sind in Sprockhövel doppelt vorhanden.

Sprockhövel..  Je zwei Musikschulen, Jugendzen­tren, Büchereien, Bürgerbüros. Heißt das doppelte Kosten oder auch doppelter Nutzen? Die Bürger tragen mit ihren Steuern dazu bei, dass die Stadt freiwillige Leistungen anbieten kann. Zur Frage, ob die alle notwendig sind, ist das Echo bei den Bürgern geteilt.

„Ich wohne in Niedersprockhövel, in der Nähe der Musikschule und Bücherei“, sagt Anja Jensen. Die Musikschule haben ihre Kinder genutzt, die Bücherei besuche sie selten, schätze aber die Nähe. Gäbe es die Bücherei nicht vor der Tür, zöge sie es vor, nach Hattingen und nicht nach Haßlinghausen zu fahren. Das Bürgerbüro müsse erhalten bleiben. „Die Busverbindungen von hier zum Rathaus sind nicht ideal.“ Für die Hin- und Rückfahrt brauche sie eine Stunde.

Gerade bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit des doppelten Bürgerbüros, schwingt bei manchem Niedersprockhöveler auch Sarkasmus mit. „Das im Ort? Das hat doch eh immer geschlossen“, sagt eine Dame.

Ortswechsel: Ein Haßlinghauser fordert die strikte Umstrukturierung. „Die Musikschule ist aufwändig, da reicht es, nur eine anzubieten“, sagt er. Auch das Angebot der Bücherei brauche keine eigenen Räume. Nur beim Bürgerbüro in Niedersprockhövel schlägt er in die selbe Kerbe: Da müsse man sich etwas einfallen lassen. „Die Angebote müssen nicht ausgebaut, sondern umgebaut werden“, findet er.

Beide Ortszentren bedient

Wie es mit den freiwilligen Leistungen weitergeht, darüber wird in den politischen Gremien laut nachgedacht. Noch werden beide Ortszentren gleichermaßen bedient. Ein schwieriges Unterfangen gerade in Zeiten klammer Kassen: Nachdem die Gewerbesteuer einbrach, musste die Stadt gegensteuern. Das Ergebnis: Die Grundsteuer B kletterte von 462 auf 730 Hebesatzpunkte. Ein Teil der Einnahmen daraus fließt auch in die freiwilligen Leistungen. Der teuerste Posten ist die Musikschule mit 443 000 Euro jährlich. In einem Arbeitskreis wird zurzeit an einem alternativen Finanzierungsmodell gearbeitet, damit sich hier die Kosten verringern. Ergebnisse werden bisher nicht verkündet.

Würden die Angebote komplett abgeschafft, müsste die Stadt einen Abwicklungsprozess hinter sich bringen. Erst danach wären Einsparungen spürbar. Künftig soll sich eine Zukunftskommission, die nach der Ratssitzung in dieser Woche ins Leben gerufen werden soll, damit beschäftigen: Was braucht die Stadt?