Fünf Schülerinnen waren Eltern auf Probe

Gisela Rump, Romy Windmöller, Büsra Tanriverdi, Enesa Sabani und Asra Götz stellten sich der Herausforderung „Eltern auf Probe“.Foto:UvK
Gisela Rump, Romy Windmöller, Büsra Tanriverdi, Enesa Sabani und Asra Götz stellten sich der Herausforderung „Eltern auf Probe“.Foto:UvK
Förderschule Hiddinghausen, Pro Familia und Kinderschutzbund boten das Projekt an.

Sprockhövel..  53 Zentimeter groß und 3500 Gramm schwer, Füttern und Wickeln ebenso erwünscht wie notwendig, Schluckgeräusche beim Stillen und Schreie bei grober Behandlung, falscher Lage oder fehlender Kopfunterstützung – ein so genannter Säuglingsroboter bringt viel von dem mit, was ein Baby ausmacht, erwartet und von den Eltern verlangt. Unterschied: Ein Roboter kann leichten Herzens und völlig unproblematisch wieder abgegeben werden, er macht es jungen Menschen aber möglich, sich sehr realistisch mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, wie es ist, wenn Nachwuchs in das eigene Leben tritt.

Auf dieses Erlebnis haben sich jetzt fünf Mädchen der Förderschule Hiddinghausen eingelassen. Die 15- bis 18-Jährigen wurden für drei Tage und zwei Nächte zu Eltern auf Probe. „Die anfängliche Skepsis gegenüber den Robotern war schnell verflogen. Die Mädchen durften und mussten feststellen, wie lebendig sich die Babys, denen sie Namen geben konnten, doch verhielten“, berichten Schulsozialarbeiterin Lena Hilgendiek und Geraldine Dura von der Pro Familia. Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Hattingen hatten sie das Projekt angeboten.

Hilgendiek und Dura sind sich sicher, die Teilnehmerinnen gut und sehr realitätsnah über die Folgen einer verfrühten Schwangerschaft aufgeklärt zu haben. „Wir werden das Projekt sicher wiederholen. Vermutlich sind dann auch Jungs dabei. Sie haben die Premiere zu Beginn zwar als Mädchenkram eingestuft. Inzwischen fragen sie aber, wann sie denn nun endlich mal dran wären.“

Langfristig plant Schulleiterin Johanna Engels die Aufnahme des Projektes in den Lehrplan. Dies sei aber nur möglich, wenn notwendige Gelder zur Verfügung gestellt würden.

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