Friseur soll Sanitäter im Einsatz angefahren haben

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Was wir bereits wissen
Vorfall in Haßlinghausen Thema vor Gericht. Unterschiedliche Aussagen der Zeugen. Verfahren vorläufig eingestellt.

Sprockhövel..  Weil er bei einem Einsatz in Haßlinghausen einen Sanitäter angefahren haben soll, musste sich jetzt ein 49-Jähriger vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Dabei wollte der Friseur aus Gevelsberg eigentlich helfen, als er mit seinem Auto unterwegs war. Mit im Fahrzeug saß nämlich eine 88-jährige Kundin aus Sprockhövel, die er gerade nach Hause fuhr. „Es ging mir gar nicht gut“, sagt die Seniorin vor Gericht und dankt ihrem Helfer.

An die Situation am Rathausplatz erinnert sie sich genau. „Da war etwas passiert. Die Sanitäter brachten jemanden in den Krankenwagen“, sagt sie. Das bestätigt auch der 38-Jährige Rettungsassistent. Er habe sich, damit der Patient in den Krankenwagen gebracht werden konnte, auf die Straße gestellt, um den Verkehr aufzuhalten.

Unterschiedliche Aussagen

Dann gehen die Aussagen auseinander: Während die Seniorin betont, der Mann habe die Fahrbahn freigegeben, sei zur Seite gegangen und der Angeklagte daraufhin „vorschriftsmäßig langsam angefahren“, sieht der Geschädigte die Situation ganz anders: „Er wollte um mich herumfahren und hat dabei mit der Stoßstange mein Bein berührt.“ Passiert sei aber zum Glück nichts. Nein, zu einem Zusammenstoß sei es nicht gekommen, unterstreicht derweil die Seniorin auf Nachfrage von Richter Johannes Kimmeskamp.

Für sie völlig grundlos habe der Sanitäter wütend die Tür des Autos des Angeklagten aufgerissen und geschimpft. Ja, er sei ärgerlich gewesen, sagte der Rettungsassistent. Allerdings: „Wir würden heute nicht vor Gericht stehen, wenn der Fahrer mir nicht sofort Schläge angedroht hätte. Er war sehr aggressiv.“ Deshalb entschied er sich zur Anzeige.

Richter Kimmeskamp sah von einer Verurteilung des Friseurs aber ab. Das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde vorläufig eingestellt – unter der Auflage, dass der Angeklagte 100 Euro an das Technische Hilfswerk zahlt.