Freifunk auf Wachstumskurs

Foto: Bastian Haumann / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Sprockhövel gibt es bereits 46 Standorte für kostenlosen W-Lan-Empfang. Eine Beschwerde-App wird es nicht geben – stattdessen ein Online-Formular.

Sprockhövel..  Das Prinzip der Freifunk-Initiative ist denkbar einfach: „Jeder soll sein W-Lan teilen können!“ Vor fünf Wochen schloss sich auch Sprockhövel der Initiative an. Anfangs gingen die öffentlichen Gebäude auf Sendung, später folgten die ersten Händler, Cafés und Privatpersonen entlang der Haupt- und der Mittelstraße. Und das Projekt wächst: „In Sprockhövel gibt es mittlerweile 46 Standorte, acht weiter sind zurzeit in Umsetzung, zwei bis drei Zugänge kommen täglich hinzu“, sagte Lars Langewiesche, Kopf hinter Freifunk Sprockhövel, im Haupt- und Finanzausschuss.

Router ab 20 Euro

Wer beim Freifunk mitmachen möchte, auf den kommen nur geringe Kosten zu. Einen Freifunk-Router gibt es, je nach Modell, ab 20 Euro zu kaufen. Das Netzwerk in Sprockhövel läuft über die Region Freifunk Rheinland – „und ist absolut abmahnsicher“, so Lange­wiesche, denn oft sei das eine große Sorge der Teilnehmer.

Um den weiteren Ausbau des Netzwerks kümmert sich eine Gruppe, die am Mittwoch ihr erstes Treffen hatte. Dabei machten sich die Teilnehmer Gedanken über die Zukunft des Netzwerks. Lars Langewiesche meint, man dürfe nicht „sprockhövelerisch“ denken. Möglich wäre, das Netzwerk über Richtfunk weiter zu verbreiten, zum Beispiel von Kirchturm zu Kirchturm, über Nachbarstädte hinweg, bis in den hintersten Winkel Sprockhövels. „Noch sind das aber nur Ideen.“ Konkreter ist es da schon, dass das Freibad an der Bleichwiese ab Sommer an das Funknetzwerk angeschlossen werden soll.

Über Freifunk sei auch ein schnelles Internet in Hiddinghausen möglich. „Nur in Gennebreck warten wir noch mit Investitionen, da wollte die Telekom das Netz selbst ausbauen.“

Bedenken seitens Christian Preuß von der Linkspartei, das Netzwerk könnte sich negativ auf den Markt auswirken, erwiderte Langewiesche, dass es genau umgekehrt sein werde. „Die Anbieter ziehen nach“, sagte er. „Und sorgen selbst für einen Ausbau von schnellem Internet.“ Denn das sei im Haushalt bald genauso wichtig wie fließend Wasser.

Passend zum Ausbau stellte die Fraktion der Grünen den Antrag, eine Beschwerde- oder Melde-App zu entwickeln. Es sei aber die bessere und günstigere Lösung, einen entsprechenden Service über das Rats- und Bürgerinformationssystem direkt auf der Internetseite der Stadt anzulegen, so Langewiesche. „Möglich wäre dies über eine Art Ticket-System, denn eine App müsste extra entwickelt werden“, sagte er. Der Ausschuss stimmte dem zu.