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Frauenpower im Einsatzleitwagen

05.02.2012 | 14:19 Uhr
Frauenpower im Einsatzleitwagen
Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Sprockhövel.  Christiane Wissemann, Daria Klosa und Lisa Spathmann sind die einzigen Frauen im Löschzug Haßlinghausen.

Immer noch ist die Feuerwehr eine Männerdomäne – aber immer mehr Frauen wagen den Sprung. Christiane Wissemann ist eine von drei Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr Haßlinghausen und schon seit sieben Jahren dabei.

„Bei mir ist das familienbedingt. Ich bin da einfach reingerutscht“, erklärt die 35-jährige Notarfachfrau, Schon ihr Vater, ihr Bruder und ihre Schwester sind bei der Feuerwehr. „Als die Jugendfeuerwehr eine Betreuerin suchte, habe ich mich gemeldet.“ Und auch ihr Ehemann ist selbst bei der Berufsfeuerwehr tätig.

Christiane Wissemanns jüngere Kolleginnen Daria Klosa (25) und Lisa Spathmann (22) sind erst seit 2009 Feuerwehrfrauen – aber auch sie fühlen sich voll integriert.

„Je länger man dabei ist, desto mehr sind wir akzeptiert worden“, bestätigt die Verwaltungsfachangestellte Lisa Spathmann. Ihrer Meinung nach bedeutet die Freiwillige Feuerwehr Teamwork und nicht eine Menge aus Einzelkämpfern. „Mir war klar, dass ich nicht so viel Kraft habe wie ein Mann. Daher hatte ich zu Beginn auch Bedenken, ob ich die Arbeit schaffen kann.“

„Alleine habe ich mich nicht getraut, hier her zu kommen“, gibt Lisa Spathmann zu. „Daher war ich froh, als Daria mit mir gekommen ist.“

Beruf und Hobby zu vereinen, ist bei den drei Frauen kein Problem. Spathmann und Klosa arbeiten beide im Rathaus bei der Stadt. „Es ist nicht schön, wenn wir während der Arbeitszeit zum Einsatz gerufen werden, aber es wird akzeptiert“, so Klosa.

Auch wenn Freunde und Familie etwas skeptisch waren – „Traust du dir das auch wirklich zu?“ war eine der am häufigsten gestellten Fragen – sind sie sich einig, dass es immer ein paar kritische Stimmen geben wird. „Frauen gehören zur Feuerwehr“, sagen sie mit Nachdruck.

Andere Hobbys bleiben zurück, denn sie investieren viel Zeit in die Freiwillige Feuerwehr. „Man opfert viel, aber kriegt dafür umso mehr zurück.“, sagt Spathmann. Trotzdem findet sie noch Zeit im Gevelsberger Gospelchor Flying Vocals zu singen. „Ich habe keine Zeit für Hobbys“, sagt indes Klosa. Dafür hilft sie bei der Jugendfeuerwehr, im Küchenteam und in der Einsatzleitwagengruppe.

Das Hobby zum Beruf zu machen, wäre aber für keine eine Option – „wegen des Schichtdienstes“.

Dennoch fühlen sich Lisa Spathmann, Christiane Wissemann und Daria Klosa wohl und wünschen sich, dass sich noch mehr Frauen trauen, zu kommen. „Hier beißt keiner und gucken kostet nichts.“

Janice Holtz

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