Forschen statt spielen

Die kleine Luisa bei dem Experiment „Der fliegende Teebeutel“:  Die Reste des Beutels fliegen durch die Luft.
Die kleine Luisa bei dem Experiment „Der fliegende Teebeutel“: Die Reste des Beutels fliegen durch die Luft.
Foto: WAZ FotoPool

Sprockhövel..  „Mit Feuer spielt man nicht!“ Tat auch keiner. Die Kinder des Awo-Familienzentrums Blumenhaus spielten nicht – sie forschten.

Und mit Wonne entzündete die kleine Forscherin, die vorher alle gewarnt hatte, das Stabfeuerzeug. Die Flamme hielt sie an einen Teebeutel, der entzündete sich schnell, verbrannte in einer kleinen Flamme und seine Überreste flogen gen Zimmerdecke. Passend dazu hieß auch der Versuchsaufbau: der fliegende Teebeutel. Etwas später ging dann prompt der Feueralarm los – alles halb so wild. Es war ein Fehlalarm.

Die Kinder des Familienzentrums, die ab Sommer die Schulbank drücken werden, forschten mit ihren Vätern Themen wie Luft, Wasser und Sprudelgase. Seit 2011 ist die Awo-Einrichtung ein zertifiziertes „Haus der kleinen Forscher“, die Versuche und das Forschen gehören dazu.

Dieses Mal war die Gruppe allerdings recht klein. Nur acht Kinder forschten im Blumenhaus. „In früheren Jahren hatten wir wesentlich mehr Schulkinder“, sagte Erzieherin Bianca Günther, die für die Kinder einiges vorbereitet hatte.

Besonders beliebt: die Filmdosenrakete – ein Beispiel aus dem Bereich Sprudelgase. Das war aber bei weitem nicht der einzige Versuch. Der fliegende Teebeutel gehörte zum Thema Luft. Der wackelige Wasserberg dagegen zum Forschungsgebiet Wasser. Mit einer Pipette sollten die Kinder einen Mini-Becher bis zum Rand füllen. Papa Markus Dietrich war da praktisch veranlagt und schüttete das Wasser direkt aus der Karaffe in den Becher. Den Rest übernahm Tochter Lena, Tröpfchen für Tröpfchen. Bis sich ein kleiner Berg aus Wasser bildete. „Man kann auch Spüli in das Wasser schütten“, schlug Markus Dietrich vor. Mit einem Augenzwinkern wies Erzieherin Bianca Günther den forschen Vater zurück. „So weit sind wir doch noch gar nicht, das kommt doch gleich erst“, sagte sie.