Erzieher und Eltern stürmen Sprockhöveler Rathaus

Mit Transparent und Gesang zogen die Eltern und Erzieher ins Rathaus ein. „Weil wir zaubern können müssen“, steht dort. Als Anspielung darauf, dass der Beruf der Erzieher über die Jahre immer anspruchsvoller wurde.Foto:Bastian Haumann
Mit Transparent und Gesang zogen die Eltern und Erzieher ins Rathaus ein. „Weil wir zaubern können müssen“, steht dort. Als Anspielung darauf, dass der Beruf der Erzieher über die Jahre immer anspruchsvoller wurde.Foto:Bastian Haumann
Was wir bereits wissen
Nach einem Brief des Bürgermeisters an die Eltern schalten die sich in den Erzieher-Streik ein und versammeln sich spontan zu einer Demonstration .

Sprockhövel..  Seit Mittwoch haben die Erzieher der Kitas Schee, Gedulderweg und Kifaz ihren Streik wieder aufgenommen und führen ihn bis Freitag fort. Mal mit Notgruppe, mal bleiben die Türen fest verschlossen. Auch die Eltern haken sich in den Arbeitskampf ein und stürmten am Donnerstag das Rathaus, unterstützt von den Erziehern. Anlass dazu war ein Eltern-Brief, unterzeichnet von Bürgermeister Ulli Winkelmann.

Dieser sei wiederum eine Antwort gewesen auf ein von der Gewerkschaft Verdi vorformuliertes Schreiben, das im Namen der Eltern an die Stadt abgeschickt wurde, so Winkelmann. „Wir mussten darauf reagieren“, sagte Kämmerer Rainer Kaschel. Sachverhalte seien nicht richtig dargestellt worden. Nun fanden sich aber im Winkelmann-Brief Zahlen wieder, die den Erziehern einen guten Verdienst bescheinigten. Kaschel argumentierte, dass bei der Berechnung der Brutto-Löhne eine städtische Kita zugrunde lag. Doch die Erzieher waren sich einig: So viel verdiene hier niemand.

Dies war der Anstoß für die Aktion von Erziehern und Eltern. Vom ersten Verdi-Eltern-Brief wussten sie nichts, waren umso empörter über das Winkelmann-Schreiben. „Ihr Brief lässt und aktiv werden“, richteten sie sich direkt an den Bürgermeister. Der Schriftverkehr ging weiter. Verdi bezog bei den Eltern Stellung zum Brief des Bürgermeisters: „Herr Winkelmann will Ihren Unmut auf die streikenden Kollegen lenken. Er vermittelt in seinem Brief, dass der Streik unverhältnismäßig sei.“ Einen ähnlichen Brief soll Verdi auch direkt an Winkelmann geschickt haben. „Bei mir ist nichts angekommen“, sagte der und entschuldigte sich: Es sei nicht seine Absicht, dass der Inhalt so aufgefasst werde. „Denn geht es um die Wertschätzung der Erzieher, laufen Sie bei mit offene Türen ein.“

Die Eltern gaben sich damit nicht zufrieden. Das alles werde zur Schlammschlacht, man hoffe auf eine schnelle Lösung. Rainer Kaschel: „Die Parteien müssen an einen Tisch, sprechen Sie mit Verdi.“ Wobei es kein Tarifthema sei, sondern eines des Landesgesetzgebers, der nachbessern müsse. Immerhin: Das Essensgeld werde an die Eltern zurückerstattet, so der Kämmerer. Für die Kita-Beiträge suche er noch eine Lösung.