Erzählung von Autorin Sabine Schlemmer ausgezeichnet

Sabine Schlemmer zeigt eines ihrer Fotos, die auch im Rahmen ihrer Erzählung in dem Gesamtband „Träume, fast umsonst“ erschienen sind.
Sabine Schlemmer zeigt eines ihrer Fotos, die auch im Rahmen ihrer Erzählung in dem Gesamtband „Träume, fast umsonst“ erschienen sind.
Foto: Funke Foto Services
Geschichte mit Bildern wurde beim Bad Godesberger Literaturwettbewerb für einen Gesamtband ausgewählt. Für die Sprockhövelerin ist das motivierend.

„Ich liebe den Duft von Heu. Und den Geruch jener Sommerhitze, den nur ein Augustmorgen voller Reife und der Nachklang der Ernte haben kann. Ein frisch geerntetes Stoppelfeld, auf dem noch Restflächen mit Strohhalmen hie und da verstreut liegen. Im Nu hätte ich eine Schubkarre Sommer voll.“ So fängt die Erzählung „Na und?! Dann bin ich eben altmodisch“ der Sprockhöveler Autorin Sabine Schlemmer an. Dabei handelt es sich um einen von zehn Texten, die von der Jury des Bad Godesberger Literaturwettbewerbs für den Erzählband „Träume, fast umsonst“, der kürzlich erschienen ist, ausgesucht worden sind.

80 Beiträge seien eingereicht worden, erzählt Schlemmer. Sie sei schon ein wenig stolz, dass ihr Text auch ins Buch aufgenommen wurde. Denn es sei ihr erster Erfolg bei einem Wettbewerb, sagt die 59-Jährige, die beruflich als Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt tätig ist, privat aber auch Bilder malt, Fotos macht und Literatur schreibt.

Die ausgewählte Erzählung ist eine Verbindung zweier Künste, denn der Text wird durch Fotos ergänzt. Beide stammen von einem ihrer Spazierwege im Hügelland, den sie ein Jahr lang einmal in der Woche gehe – immer wieder. „Ich beobachte, wie sich die Bäume verändern, wie sich Knospen an den Sträuchern bilden.“ Und sie achte nach der Ernte auf die Heuballen, denn in ihrer Kindheit habe sie auf einem Bauernhof gelebt. Schöne Erinnerungen mischen sich in der Erzählung mit dem aktuellen Erleben. Ein Erleben, zu dem auch die kritische Reflexion gehört. „Viele Plastikreste der eingepackten Heuballen bleiben liegen, werden untergepflügt und gelangen in die Nahrungskette“, hat Schlemmer beobachtet.

Die Auswahl ihres Textes motiviert sie weiterzumachen. Denn: „Man braucht Rückmeldungen und Ermutigung.“