Erinnerung an Schulzeit an der Mathilde-Anneke-Schule

Klaus Knippschild
Klaus Knippschild
Foto: Bastian Haumann
Was wir bereits wissen
Politiker Klaus Knippschild blickt auf seine Zeit an der Hauptschule zurück, erzählt von kleinen Schlenkern, nachgeholten Abschlüssen und erreichten Zielen.

Sprockhövel..  Die Mathilde­-Anneke­-Schule gibt es seit 50 Jahren. Schüler kamen, Schüler gingen. Und einer von ihnen war Klaus Knippschild: Kommunalpolitiker, Mitglied des Rates, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der SPD und auch einmal ihr Bürgermeisterkandidat.

Er besuchte die Hauptschule zwischen 1968 und 1970. „Als gymnasialer Rückläufer“, wie der heute 60-Jährige es mit seinen Worten beschreibt. Denn Grammatik, Algebra und Vokabeln paukte er anfangs noch am Hattinger Gymnasium Waldstraße. Knippschild erinnert sich gerne an seine Zeit an der damals noch namenlosen Hauptschule zurück, die erst Anfang 2014 zur Mathilde-Anneke-Schule wurde. Dort sei es extrem spannend gewesen.

Nicht nur, dass er von einem ganz alten Gebäude in ein ganz neues kam. „Im Vergleich war das Hattinger Gymnasium das Refugium überhaupt.“ Denn kaum war er dort, bekam er erst das Amt des Klassensprechers und schließlich das des Schulsprechers. „Dabei fiel es mir damals noch schwer, vor großen Gruppen zu reden.“ Doch das musste er. In Schulkonferenzen vertrat er die Schülerschaft, auf den Abschlussfeiern hielt er die passenden Reden.

Er schätzte seine Klassenkameraden, mit denen er sich noch heute alle vier Jahre trifft, und schon damals hatten die Schüler Mitspracherecht, die Lehrer ließen sie nie alleine. Und ja, vielleicht habe die Zeit als Klassen- und Schulsprecher nachhaltig gewirkt und den Grundstock für seine politische Karriere gelegt. Bis er schließlich bei den Jusos landete, verstrich noch einige Zeit. Dort trat er während des Studiums bei. Vorher ging es mit dem Hauptschulabschluss zurück nach Hattingen.

„Da gab es einen Schulversuch und ich konnte meinen Realschulabschluss nachholen“, sagt Knippschild. Der Aufbau zur Fachhochschulreife folgte an der Berufsschule. „Und schließlich studierte ich Sozialarbeit an der Gesamthochschule in Essen.“ Nach seinem Studium fing er beim Jugendamt im Schwelm an und wechselte dann zum Jobcenter. „Ich bin froh, dass ich meinen Weg genau so gegangen bin.“ Obwohl der nicht geradlinig verlaufen sei, kleine Schlenker hatte, habe er am Ende seinen angestrebten Abschluss erreicht. Doch heute werde dies immer schwerer für die Jugendlichen.

Da sei es wenig hilfreich. dass die Hauptschulen – und die Bezeichnung meidet er mittlerweile bewusst – einen immer schlechteren Ruf haben. „Wir brauchen Schulen, in denen auch die Praxis ihren Platz bekommt, nicht nur die Theorie“, sagt Klaus Knippschild.