Eine Feuerwehr für Kinder

Kinder an den Löschschlauch: 30 Plätze soll die Kinder-Feuerwehr bieten.
Kinder an den Löschschlauch: 30 Plätze soll die Kinder-Feuerwehr bieten.
Foto: WAZ FotoPool

Sprockhövel..  Es sieht ganz so aus, als bekäme Sprockhövel bald eine Kinder-Feuerwehr. Das Konzept stellte die Wehr am Donnerstag im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung vor. Der Ausschuss beschloss seine Empfehlung an den Rat einstimmig.

Die Freiwillige Feuerwehr wird immer wieder lobend genannt, wenn es um ehrenamtliches Engagement der Bürger geht. Rund 170 aktive Mitglieder sind derzeit im Einsatz. Sie sind in sechs Löscheinheiten in den Stadtteilen Haßlinghausen, Hiddinghausen, Gennebreck (Herzkamp, Horath, Schee), Niedersprockhövel, Obersprockhövel und Schmiedestraße sowie in Jugendfeuerwehr, Musikzug und der Ehrenabteilung organisiert.

Sorgfältige Vorbereitung

Im Moment gibt es noch keine Nachwuchssorgen, und damit sich das auch nicht ändert, sollen bereits Kinder an die Feuerwehr herangeführt werden. Seit anderthalb Jahren ungefähr seien die Planungen betrieben worden, sagt Feuerwehr-Leiter Christian Zittlau. Von der sorgfältigen Vorbereitung profitierte die Wehr vor dem Ausschuss, weil sie überzeugend darlegen konnte, warum und wie sie ihr Projekt umsetzen will.

Mit der Brandschutzerziehung startet die Feuerwehr bereits in Kindergärten und Grundschulen. Nur: Die früheste Möglichkeit zum Eintritt in die Jugendfeuerwehr haben die Kinder ab zehn Jahren. „Die Lücke zwischen dem Erstkontakt und dem Eintritt wollen wir füllen“, so Zittlau. Es gilt, das durchaus vorhandene Interesse des Nachwuchses wach zu halten, ehe er sich in der Zwischenzeit doch noch anders orientiert. In der Kinderfeuerwehr will man den Mitgliedern Fachwissen vermitteln und Sozialkompetenz schulen.

Geplant für die angehenden Feuerwehrmänner und -frauen sind alle zwei Wochen samstags zwei Stunden „Dienst“. Sie sollen die Feuerwehrhäuser und die Leitstelle kennen lernen, aber auch beispielsweise einen Tag im Wald verbringen. Die Wehr hat bereits 17 Personen, die die Aktionen betreuen könnten. Das sind natürlich Aktive, aber auch Externe, unter ihnen ausgebildete Pädagogen.

Die kalkulierten Kosten sind überschaubar: Im ersten Jahr sollen für 3000 Euro zum Beispiel einheitliche Kleidung, Bastelmaterial und Getränke besorgt werden. Für die Folgejahre geht man von je 1200 Euro Kosten aus, hauptsächlich für die Neuanschaffung von verbrauchtem Material. Die Kinder-Feuerwehr soll 30 Plätze bieten. Der Besuch bei bestehenden Nachwuchs-Wehren habe gezeigt, dass das eine sinnvolle Größe sei.

Durch den früheren Ansatz steigt vielleicht auch die Zahl derer, die bis ins Erwachsenenalter dabei bleiben. Denn die Rekrutierung für die Jugend werde immer schwieriger, hieß es. Wenn jeder Zweite auch als Erwachsener noch mitmache, dann sei das ein großer Erfolg.