Eifersucht siegt über den Verstand

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Hattingen/Sprockhövel..  Nachdem seine Freundin mehrfach ein blaues Auge erleiden musste, ist nun der Verursacher mit einem sprichwörtlichen blauen Auge davongekommen. Einsicht und das Versprechen der Besserung bewahrten den Mann aus Sprockhövel am Mittwoch vor dem Hattinger Amtsgericht vor einer Freiheitsstrafe.

Der arbeitslose Straßenbauer hatte seine Freundin im vergangenen September in der gemeinsamen Wohnung wüst beleidigt, bedroht und sogar getreten. „Wenn Du mich verlässt, mache ich Dich und deine Mutter platt“, hatte der 33-Jährige seiner Lebensgefährtin neben diversen Kraftausdrücken an den Kopf geworfen an und sie anschließend vors Schienbein getreten.

Das war kein Einzelfall, denn dem Gericht lagen weitere Fotos mit den Folgen der körperlichen Angriffe des Sprockhövelers vor.

Stationäre Therapie

„Ich habe das Problem, dass ich krankhaft eifersüchtig bin. Dann schaltet es bei mir einfach ab“, gestand der Täter ein und versicherte, dass nun jedoch alles anders sei.

So habe er sich im Anschluss an den jüngsten Vorfall in Niederwenigern einer sechswöchigen stationären Therapie unterzogen und wolle in Zukunft weitere Therapiesitzungen in Anspruch nehmen. Außerdem nehme er täglich ein Antidepressivum, um seiner Aggressionen Herr zu werden.

„Was passiert ist, ist eine Katastrophe“, kommentierte der Angeklagte seine Taten. Inzwischen steht auch die Lebensgefährtin wieder hinter ihm. So sind die Eltern einer gemeinsamen Tochter seit kurzem wieder ein Paar, allerdings zunächst mit getrennten Wohnungen.

„Ich habe den Eindruck, dass Sie das jetzt begriffen haben“, begründete der Richter seinen Verzicht auf eine Freiheitsstrafe. Mit einer Geldstrafe von 1200 Euro folgte der Vorsitzende dem Antrag der Staatsanwaltschaft.